SGLT2-Inhibitor vs. GLP1-Rezeptoragonist – ein Überblick

„Entweder … oder …? SGLT2-Inhibitoren oder GLP1-Rezeptoragonisten? – Überlegungen zur modernen Kombinationstherapie bei Typ-2-Diabetes!“ Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Industriesymposium, organisiert von Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co.KG in Allianz mit Lilly Deutschland.

Angefangen mit dem Wirkstoffmechanismus, verbessern SGLT2-Inhibitoren den Glucosestoffwechsel, indem sie das System mittels Glucosurie entlasten sowie eine verbesserte Insulinsensitivität bewirken. Auch GLP1-Rezeptoragonisten verbessern die Insulinsensitivität und modulieren dabei auch endogene Glucosestoffwechselvorgänge auf verschiedenen Ebenen.

Bei einer ausgiebigen Studienlage hinsichtlich SGLT2-Inhibitoren und GLP1-Rezeptoragonisten ist es schwierig, den Überblick zu behalten. Hierfür stellte Professor Blüher aus Leipzig die Endpunkte zu den großen Studien über beide Substanzklassen gegenüber.

Bei der Therapie von Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus und einem erhöhten kardiovaskulären Risiko, sind beide Therapieformen zugelassen und laut EASD-ADA-Guidelines empfohlen. Eine klare Indikation für die Entscheidung zwischen beiden Medikamentenklassen gibt es jedoch nicht.

In den großen Studien zu beiden Substanzklassen konnte gezeigt werden, dass sowohl SGLT2-Inhibitoren als auch GLP1-Rezeptoragonisten die Gesamtmortalität, Albuminurie und das Gewicht senkten und dass die Ereignisse kardiovaskulär bedingter Tod und akutes Nierenversagen seltener auftraten.

Klar überlegen waren SGLT2-Inhibitoren bei den Endpunkten „Herzinsuffizienz bedingte Mortalität“ und „eGFR-Verschlechterung “ und schwere CKD allgemein. GLP1-Rezeptoragonisten auf der anderen Seite zeigten ein geringeres Auftreten von „nicht-tödlichen Schlaganfällen“. Dies konnte in großen populationsbasierten retrospektiven Kohortenstudien nochmals bestätigt werden.

Zusammenfassend lassen sich komplementäre kardio- und renoprotektive Effekte von SGLT2-Inhibitoren und GLP1-Rezeptoragonisten feststellen. Muss man sich nun für eine der beiden Substanzklassen bei der Therapie eines Betroffenen entscheiden, so könnte man SGLT2-Inhibitoren bei Erkrankten mit einer bestehenden Herzinsuffizienz vorziehen und GLP1-Rezeptoragonisten bei Patientinnen und Patienten mit einem schon beschriebenen Schlaganfall.

Ein möglicher additiver oder sogar synergistischer Effekt einer Kombinationstherapie, bestehend aus einem SGLT2-Inhibitor und einem GLP1-Rezeptoragonisten, bleibt in zukünftigen Studien herauszuarbeiten.

Robert Pietschner

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