Schwangerschaftsdiabetes: Vorbeugen statt Therapieren!

Laut Statistik ist jede zweite Frau in Deutschland übergewichtig. Dies betrifft nicht nur ältere Damen, sondern auch eine wachsende Anzahl an jungen Frauen, die unter Umständen gerade dabei sind, ihre Familienplanung in die Tat umzusetzen. Im Jahr 2014 hatte die durchschnittliche werdende Mutter einen Body Mass Index von 28, 5 Prozent. Vier Jahre zuvor lag dieser Wert noch bei 27,8. Das Übergewicht der Mutter verdoppelt das Fehlbildungsrisiko beim Nachwuchs und die erhöht die Gefahr aus einen Schwangerschaftsdiabetes: Dieser kann zu Komplikationen in der Schwangerschaft und bei Geburt führen, steigert das Risiko für Schwangerschaftshochdruck und fördert das übermäßige Wachstum des ungeborenen Kindes. Außerdem erhöht Gestationsdiabetes das Risiko, dass Mutter und Kind später an einem Typ-2-Diabetes erkranken.

Die Mutterschaftsrichtlinien schreiben zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche eine venöse Blutentnahme auf Schwangerschaftsdiabetes vor, den sogenannten Gestationdiabetes mellitus (GDM). Bei dem Screening trinkt die Schwangere zunächst im nicht-nüchternen Zustand 200 Milliliter Wasser mit 50 Gramm Traubenzucker, bevor eine Stunde später der Blutzucker im Venenblut bestimmt wird. Ist das Screening auffällig, muss zeitnah ein 75-Gramm-Diagnosetest über zwei Stunden im nicht-nüchternen Zustand folgen. Auf diese Weise wird ein möglicher GDM zwar frühzeitig erkannt, aber leider nicht immer richtig behandelt. So zeigen Untersuchungen, dass deutsche Ärzte im internationalen Vergleich wesentlich häufiger eine Insulintherapie verordnen. Eine Lebensstilintervention mit Ernährungsumstellung und Bewegungsförderung könnte hier jedoch wesentlich ertragreicher sein.

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