Schulkantine: Eltern und Schüler geben „mangelhaft“

Auch wenn die meisten Eltern mit dem pädagogischen Angebot an den Ganztagsschulen zufrieden sind – das Essensangebot für Schüler erntet bei der Hälfte der Erziehungsberechtigten Kritik. Das ergab eine der repräsentativen Umfrage der Bertelsmann Stiftung unter mehr als 4000 Eltern schulpflichtiger Kinder im Alter von sechs bis 16 Jahren. Zu wenig Abwechslung, zu wenig Frische und Vitamine, so lautet das Urteil.

Kein Wunder: In 60 Prozent der Schulen das Essen gekocht angeliefert und stundenlang warmgehalten. Für die Schulen ist dies im Vergleich zu einer eigenen Küche die preisgünstigste Variante. Vitamine wird man in diesen Mahlzeiten allerdings kaum noch finden. Frische Produkte, Gemüse oder Rohkost kommen dagegen nur bei einem Drittel der Schulen täglich auf den Tisch. Geschmacklich können die meisten Schulkantinen scheinbar auch nicht überzeugen: Die Hälfte der Schüler bewertet das Essen als schlecht, rund jeder Dritte verpflegt sich beim Imbiss, Bäcker oder Fast Food Restaurant, oft mit ungesunden und fettigen Snacks. Ein Trend der Kinder dick macht und schon in jungen Jahren das Risiko auf Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen in die Höhe treibt.

Bereits im Jahr 2007 hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Qualitätsstandards zur Verbesserung der Kita- und Schulverpflegung erlassen. Doch bisher haben nur das Bundesland Berlin und das Saarland diese umgesetzt. Wie eine Umfrage der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) unter den Kultusministern der übrigen vierzehn Bundesländer ergab, plant keines der Länder eine Einführung von verbindlichen Standards. Die Ministerien verweisen stattdessen auf die Eigenverantwortung der Schulen und Kitas. Jedoch sind die Qualitätsstandards der DGE nur bei 50 Prozent der Schulen und Kitas bekannt. Davon wiederum setzen nur die Hälfte die Standards um.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.