Schlank und fit?

Schöne Menschen umgeben uns, wohin auch immer wir uns wenden. Sie sind schlank, makellos und äußerlich perfekt, sie lächeln uns von den Titelseiten der Boulevard-Blätter an, sprechen im Fernsehen zu uns und wecken ein Verlangen in uns. Der Traum von der guten Figur ist oft auch verknüpft mit dem Gedanken, an ein gesünderes Leben.

Adipositas ist eine Krankheit. Weltweit leiden mittlerweile mehr Menschen an den Folgen von Übergewicht als an Hunger. Und zu all den gesundheitlichen Einschränkungen kommt der gesellschaftliche Druck hinzu, der oftmals schwer auf den Menschen lastet. Sie werden stigmatisiert, vorverurteilt und ausgegrenzt. Auch unbewusst fallen wir alle in dieselben Denkmuster und müssen jeden Tag daran arbeiten, einander nach dem zu beurteilen was in uns steckt und nicht nach dem, was man uns von außen ansieht. Die Session „Stigmatisierung bei Adipositas und assoziierten Erkrankungen“ (moderiert von C. Luck-Sukorski und S. Clever) zeigte uns in beispielhafterweise, worauf Ärztinnen und Ärzte in ihrer täglichen Arbeit mit von Stigmatisierung betroffenen Patientinnen und Patienten achten sollten.

Um die Menschen von der Geisel des Übergewichts (und damit verbundenen gesundheitlichen Risiken) zu befreien, werden zunehmend operative Eingriffe vorgenommen. Menschen willigen ein, ihre Anatomie verändern zu lassen, um endlich an Gewicht zu verlieren und gesünder zu leben. Die Nebenwirkungen, die ein solcher, nicht umkehrbarer Eingriff mit sich bringen kann, nehmen sie oft gerne in kauf. Doch muss dies für immer so bleiben? Nicht, wenn man Hoffnung in die Forschung zu immer neuen Medikamenten steckt, die über diverse pathways das Hungergefühl senken können und bei der Gewichtsabnahme helfen. Nur eine Spritze, einmal die Woche verabreicht und die Pfunde purzeln. Was heute schon Realität ist wird in Zukunft noch viel größere Ausmaße annehmen und vielleicht sogar die bariatrische Chirurgie für viele übergewichtige Menschen überflüssig machen. GLP-1, GIP, Glucagon-Rezeptor, zentrale Insulinresistenz und all die weiteren gastrointestinalen Hormone könnten der Schlüssel sein, eine Gewichtsabnahme auf medikamentösem Wege zu erreichen. Reversibel zwar, aber eben auch reversibel was mögliche Nebenwirkungen angeht. Eine gute Zusammenfassung über die Zukunft der medikamentösen Adipositas-Therapie zeigte die Session „Brain & Metabolism“ (moderiert von W. Kern und B. Wilms) auf.

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