Rund und gesund vs. schlank und trotzdem krank: das Lebensstil-Interventionsprogramm TULIP

In einer gut besuchten Pressekonferenz berichtete Kongresspräsident Professor Norbert Stefan vom Lebensstil-Interventionsprogramm der Universitätsklinik Tübingen. Innerhalb dieser Studie testen er und sein Team ob eine frühzeitige Änderung des Lebensstils die Entstehung eines Typ-2-Diabetes verhindern kann.

An seiner Seite berichteten die Teilnehmerinnen Gertraud W. und Gertraude B. von ihren Erfahrung. Dabei zeigte sich am Beispiel von Frau W., dass ein paar Kilo zu viel auf der Waage nicht zwangsläufig die Prognose verschlechtern müssen. Dank einer gesunden Ernährung und 5 bis 6 Stunden Bewegung pro Woche hat 65-Järige sehr gute Blutzuckerwerte. Frau B. dagegen neigt trotz ihrer schlanken Linie zu Bluthochdruck und Fettleber, ihr Blutzucker ist immer leicht erhöht. Deswegen verlangt das Interventionsprogramm der Tübingerin einiges ab: 7 bis 8 Kilometer läuft sie täglich. Dazu kann sie ihren Lieblings-Snack – ein Glas Wein und eine Handvoll Nüsse – nicht mehr so häufig genießen wie früher.

Diese beiden Damen, die sich so ähnlich und gleichzeitig so unterschiedlich sind, machen deutlich, warum die Diabetologie personalisierte Behandlungskonzepte braucht. Da Frau W. nicht zwangsweise Gewicht verlieren muss um ihr Diabetesrisiko zu senken, kann ihr Arzt sie auch schon für kleine Erfolge loben und kleine Rückfälle in ungesunde Gewohnheiten fallen nicht so schwer ins Gewicht. Bei Frau B. jedoch ist es ernster: Sie muss viel Disziplin aufbringen, will sie sich langfristig vor einem Diabetes schützen. Solche Behandlungen sollen die Zukunft werden. Keine 08/15-Leitlinien-Therapie mehr für alle, sondern ein maßgeschneidertes Betreuungskonzept, das auf die individuellle Voraussetzungen und Bedürfnisse des Patienten abgestimmt ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .