Proteine für ein langes Leben

Eine ausgewogene Ernährung und ein aktiver Lebensstil sind das A und O für ein gesundes und langes Leben. Doch was passiert, wenn im Alter der Appetit nachlässt, sich die Lebensmittelvorlieben ändern und/oder es aufgrund einer eingeschränkten körperlichen Aktivität zu einer einseitigen Ernährung kommt? In der Session „Aktuelles zu Ernährung und Lebensstil bei Typ-2-Diabetes“ berichtete Dr. Sabine Goisser über die Rolle des Proteins im Alter.

Protein steht bei älteren Menschen besonders im Fokus, da es im Alter häufig zu einer verringerten Proteinaufnahme bei gleichzeitig verminderter Verwertung des aufgenommenen Proteins kommt. Des Weiteren kann der Proteinbedarf aufgrund von entzündlichen und/oder katabolen Erkrankungen im Alter zusätzlich erhöht sein. Diese Faktoren können zu einem Proteinmangel führen, der mit einem Verlust der Funktionalität von Muskeln, Knochen und Immunsystem einhergeht. Ein Muskelabbau als Konsequenz einer mangelnden Proteinaufnahme im Alter wirkt sich negativ auf die Muskelkraft und die Nährstoffreserven im Muskel aus. Dies führt zu einer verringerten Mobilität und Belastbarkeit und ist mit einem erhöhten Sturzrisiko verbunden. Zusätzlich sinkt auch der Energieverbrauch durch den Muskelabbau, wodurch es zu weiteren Nährstoffdefiziten bis hin zu einer Mangelernährung kommen kann.

Daraus wird ersichtlich, dass der Proteinzufuhr für den Erhalt von Muskelmasse und -funktion im Alter eine wesentlich größere Bedeutung als in jüngeren Lebensjahren zukommt. Um die Proteinaufnahme im Alter konstant zu halten bzw. zu erhöhen, ist es wichtig gemeinsam mit dem Patienten mögliche Ideen und Mahlzeiten-Vorschläge zu erarbeiten, die sich in den Alltag integrieren und umsetzen lassen. Auch der soziale Aspekt sollte dabei nicht unbeachtet bleiben: eine adäquate und schmackhafte Darreichungsform sowie eine angenehme Ess-Atmosphäre tragen entscheidend zum Erfolg einer Ernährungstherapie bei. An dieser Stelle sind ebenfalls neue Ideen aus der Lebensmittelindustrie gefragt, denn die alleinige Verabreichung von Trinknahrung stellt keine ausreichende Lösung dar und ist zudem ein großer Kostenfaktor.

Laura Dauben

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