Praxisdialog Ernährung – rund ums Thema Alkohol, n-3-Fettsäuren und Hafertage

Für Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 ist Ernährung ein wichtiger Grundfeiler in der Therapie. Im Praxisdialog „Ernährung“ ging es um Empfehlungen zum Alkoholkonsum, zu n-3 Supplementen und die Wirksamkeit von Hafertagen.

Wer trinkt nicht gerne mal ein Glas Wein oder Bier? Der durchschnittliche Verzehr der Männer liegt dabei sogar bei 12l Bier/Person/Woche – und liegt damit deutlich über den Empfehlungen von 20g Alkohol/d (Frauen 10g/d). Wie sieht das ganze bei Menschen mit Diabetes mellitus aus? Ein moderater Alkoholkonsum scheint keinen Bezug zum nachfolgenden Blutzucker zu haben. Und bei Hypoglykämien? Der Abbau von Alkohol hemmt die Gluconeogenese (hierfür benötigtes NAD+ – Umwandlung von Malat zu Oxalacetat – wird für den Alkoholabbau in der Leber benötigt). Wird der Alkohol zur Mahlzeit zu sich genommen, muss sich anscheinend keine Sorgen um ein Hyporisiko gemacht werden – bei Nüchternheit hingegen erhöht sich Risiko gering. Glucagon hilft hier nicht! Studien zeigen auch, dass ein moderater Alkoholkonsum (10g Männer; 5g Frauen) positive Effekte auf das Diabetesrisiko hat.

Ändern neue Daten zu n-3-Fettsäuren (FS) die Einstellung gegenüber den Supplementen?
Kurz zum aktuellen Stand: ω-3-FS werden regelmäßig für die kardiovaskuläre Gesundheit empfohlen (z.B. DGE 0,5% α-Linolensäure). Das BfR empfiehlt eine max. Aufnahme von 1,5g ω-3-FS (im Durschnitt). Der Effekt auf die Primärprävention auf Herzinfarkt und Schlaganfall ist umstritten.
Und ω-3-FS und Typ-2-Diabetes? In 9 Studien (kein Fisch vs. ≥5xFisch/Woche) zeigten lediglich die asiatischen Studien einen Zusammenhang. Neue Studien lassen darauf schließen, dass der Linolsäure-Spiegel (essenzielle FS) negativ mit der Diabetesinzidenz assoziiert ist, Arachidonsäure scheint kein geeigneter Marker für das Diabetesrisiko zu sein. Weiter scheinen die Daten für einen gesteigerten Gebrauch von Pflanzenölen (z.B. Leinöl) zu sprechen.

Hafer- oder Ballaststofftage – positive Effekte auf die Blutzuckerwerte (Senkung von 25-40%) bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und Reduktion der Insulinzufuhr um >40%. Beworben werden diese Tage mit 3 Mahlzeiten (75g/Mahlzeit) – in der Klinik werden diese oft an 2 Tagen durchgeführt. Aber auch in der allgemeinen Ernährung sollten Ballaststoffe eine wesentliche Rolle spielen (Empfehlung hier: min. 40g Vollkornprodukte) – dies bewirkt eine Risikoreduktion für Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Bluthochdruck. Studien zeigten auch eine geringere Sterblichkeit verbunden mit geringeren Herz-Kreislauferkrankungen bei einem höheren Verzehr von Vollkornprodukten – insbesondere Hafer. Fazit: Hafertage scheinen etwas zu bringen.

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