Pokemon Go zur Diabetes-Prävention

Pokemon Go spaltet die Gesellschaft: Die einen laufen Zombie-artig mit stierem Blick aufs Smartphone durch die Stadt. Die anderen regen sich darüber auf, ständig angerempelt zu werden. Ich persönlich verstehe nicht, warum junge Erwachsene, die ich bisher eigentlich für ziemlich cool hielt, plötzlich durch die Stadt ziehen und kleine Monster fangen. Aus medizinischer Sicht bewirkt die App bei ihren Nutzern, was Ärzte und Gesundheitsbehörden seit Jahren vergebens predigten: sie bewegen sich, anstatt den Feierabend mit Playstation und Netflix auf der Couch zu verbringen.

Mindestens 150 Minuten körperliche Aktivität pro Woche empfehlen Experten, um Übergewicht und Diabetes vorzubeugen. Dabei muss es nicht gleich schweißtreibend zugehen: strammes Gehen ist eine einfache und angenehme Art aktiv zu sein. Wie weit die Gesundheitseffekte reichen, zeigte im vergangenen Jahr eine Studie des Leicester Diabetes Centre. Wer im Alltag viel sitzt, sollte alle halbe Stunde eine 5-minütige Bewegungspause einbauen, indem er aufsteht oder ein Stück läuft. Studienteilnehmer, die das taten, hatten deutlich geringere Blutzuckerwerte. Freuen Sie sich also, wenn Ihre Patienten Pokemon Go spielen – die Jagd auf Pikachu und Co. kann dazu beitragen Übergewicht und Typ-2-Diabetes bei vielen jungen Menschen zu verhindern.

Denn der  Gedanke an die Gesundheit reicht selten, um sich dauerhaft an einen aktiveren Alltag zu gewöhnen. Wie Pokemon Go zeigt, ist Spaß ein deutlich stärkerer Motivator. Auch Nicht-Fans können etwas wichtiges aus dem Hype lernen: suchen Sie sich einen Sport, der Ihnen Spaß macht. Dann halten Sie auch eher durch.

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