pAVK und Diabetes – häufig… nicht ausreichend therapiert

Am 06. November 2020 war es soweit. Ich durfte bei der 14. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), die erstmals digital stattfand, dabei sein und das erfreulicherweise im Rahmen eines Stipendiums.

Vor allem durch die Vorträge „Diabetes und pAVK – eine besondere Herausforderung“ und insbesondere durch den Vortrag von Herrn PD Dr. Kilian Rittig konnte ich einige neue Erkenntnisse gewinnen. So besteht eine hohe Dunkelziffer von Patienten mit pAVK (21 Prozent der Patienten über 65 Jahre haben eine pAVK, nur knapp 9 Prozent wissen davon). Diabetiker haben ein zwei- bis vierfach erhöhtes Risiko, eine pAVK zu entwickeln. Bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung eines Diabetes mellitus bestehen bei 50 Prozent der Patienten makrovaskuläre Schäden. Der pAVK kommt hier als „Indikatorerkrankung“ einer manifesten Atherosklerose eine bedeutende Rolle zu: Während knapp 25 Prozent der KHK-Patienten Begleiterkrankungen an anderen Gefäßen aufweisen, ist dieser Anteil bei Patienten mit pAVK mit 61,5 Prozent deutlich höher. Neben einer Lebensstilmodifikation ist bei diesen Patienten eine medikamentöse Therapie entscheidend. Insbesondere ist hier die Statintherapie zu nennen. Leider ist die Anzahl von Patienten, die kein Statin erhalten und noch nie eines erhalten haben, bei Patienten, die „nur“ einen Diabetes haben, mit ca. 68 Prozent am höchsten; bei Patienten mit pAVK liegt der Anteil ebenfalls erschreckend hoch bei 53 Prozent. Daneben kommt einer möglichst optimalen Blutzuckereinstellung eine große Bedeutung zu. Die Wahl der Therapie hängt entscheidend von den Komorbiditäten ab. Als blutzuckersenkende Therapie sollte bei Patienten mit Diabetes mellitus und Atherosklerose neben Metformin schnell wenn nicht unmittelbar eine Therapie mit GLP1-Analoga (bevorzugt Liraglutid, das als einziges GLP1-Analogon eine Reduktion von kardiovaskulärem Tod gezeigt hat) oder SGLT2-Inhibitoren eingeleitet werden.

Die Fülle der Vorträge auf der Diabetes Herbsttagung konnte ich während der drei Tage nur zu einem Bruchteil wahrnehmen. Aber einer der Vorteile der digitalen Herbsttagung ist ja das on-demand Angebot, das ich sicher im Laufe des nächsten Jahres noch wiederholt nutzen werde.

An dieser Stelle ganz herzlichen Dank für die zahlreichen Einblicke in die Diabetologie und die Möglichkeit des Stipendiums!

SH

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.