„Partizipative Entscheidungsfindung und Therapiadhärenz bei Diabetes“ – Wie finden wir für jeden Patienten den richtigen Ton?

Die Stichworte „partizipative Entscheidungsfindung“ und „Therapieadhärenz“ sind sicherlich in vielen Bereichen der Medizin und Patientenversorgung von großer Bedeutung. So kann man sich vielleicht die Frage stellen, warum diese gerade in Bezug auf Diabetes-Patienten so thematisiert werden.

Ich persönlich sehe mich im Rahmen meiner Weiterbildung in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis immer wieder vor der großen Herausforderung, für jeden unserer Patienten aus dieser so heterogenen Gruppe das optimale Therapie-Schema zu finden. Diese Heterogenität ist aber eben nicht nur bedingt durch die Erkrankung an sich (Typ1? Typ2?) sowie durch die häufig umfassenden Begleiterkrankungen. Vielmehr muss bei jedem Patienten beachtet werden, welche Grundvoraussetzungen er sonst noch mitbringt, um schließlich eine Entscheidung über die Therapie treffen zu können. In der Regel versuche ich dies nach dem Prinzip der „partizipativen Entscheidungsfindung“. Den von Herrn Dr. Kalvelage genannten Aspekt, dass dies vermutlich überhaupt nicht von allen Patienten gewünscht ist und letztlich unter dem Zweck der Autonomieförderung sogar als paternalistisch zu werten ist, fand ich daher sehr interessant und werde dies sicherlich in Zukunft berücksichtigen.

Generell bin ich sehr froh darüber, dass in den letzten Jahren das „Unwort“ der „Non-Compliance“ von der Bildfläche verschwunden ist – die Nicht-Adhärenz klingt da doch versöhnlicher. Letztlich müssen wir aber dennoch aufpassen, dass wir, wie so schön im Beitrag von Herrn Dr. Kalvelage postuliert, „unsere Bemühungen nicht zu früh einstellen“. Das bei jedem Patienten umzusetzen, ist sicherlich nicht einfach und ich sehe mich hier auch regelmäßig am Punkt, an dem es einfacher wäre, den Pfad „Ziel erreicht, Therapieablehnung akzeptiert“ einzuschlagen. Der Vortrag hat mich jedoch sehr motiviert, künftig noch intensiver nach möglichen Ursachen für eine mögliche Non-Adhärenz zu suchen und die vorgeschlagenen Lösungen anzuwenden.

Patricia Jürgens

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