(Open) Closed Loop?

Marmelade nach Rezept von Chefkoch.de? Die Beste! Möbel bauen mit Youtube? Kein Problem. Aber vom selbstgebastelten Closed-Loop-System nach Online-Anleitung sollte man vielleicht lieber die Finger lassen und die Entwicklung den „Profis“ überlassen – oder?  

Thomas Danne vom Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult und Katarina Braune, Ärztin und Teil der Open Source-Bewegung OpenAPS sprachen auf dem DDG-Kongress aus 2 unterschiedlichen Blickwinkeln über den aktuellen Stand des Loopens. 

Zu früh gefreut?

Während in Deutschland weit entfernt von Produktzulassungen noch die Genehmigungen für klinische Studien erkämpft werden, liegen erste ernüchternde Daten der als „Hybrid-Closed Loop“ gehandelten Minimed 670G mit adaptiver Basalabgabe aus den USA vor: Trotz der eigentlich verbesserten Therapie gaben nach einem halben Jahr bereits 40% der Patienten das System frustriert wieder auf – wohl aufgrund übersteigerter Erwartungen und mangelnder Schulung zum sogenannten Auto-Modus und seinen Grenzen. 

#WeAreNotWaiting

Ein ganz anderes Bild zeigt sich in der Open-Source-Bewegung der von T1Ds selbst entwickelten Loops, für die bereits bestehende Pumpen und Sensoren individuell verbunden werden. Aus ersten Do-it-yourself-Basteleien sind inzwischen mehrere Apps und eine große, bestens informierte Online-Community erwachsen – im Gegensatz zu mancher Firma offen für jede Nutzererfahrung und dank der internationalen Mitglieder jederzeit bereit, Anwendern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. 

Die Antwort auf die zentralste Frage des Symposiums – Wann kommt der (erfolgreiche) Closed Loop? – kann sich nun jeder selbst aussuchen: „Not in my lifetime“ (Danne) vs. Vorgestern (Braune).  

Paula Rubertus

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