Nutzen populärer Diäten für Typ-2 Diabetiker

In Zeiten, in denen bei vielen Menschen Ernährungsratgeber über die Art und Häufigkeit der täglichen Nahrungsaufnahme mitentscheiden, war ich interessiert, inwiefern es gerade für Typ-2-Diabetiker mit Adipositas von Vorteil ist, sich der einen oder anderen dieser Kostformen anzuschließen. Der Vortrag von Prof. Dr. Anette Buyken versprach über den Sinn oder Unsinn dessen Aufschluss zu geben. Wie allerdings ist „sinnvoll“ in diesem Zusammenhang zu definieren? Prof. Buyken stellte dazu zunächst drei Hauptkriterien auf: 1. erfolgreiche Gewichtsreduktion, 2. Gewichtserhalt, 3. Verbesserung der Stoffwechseleinstellung bei Typ-2-Diabetes bis hin zur Remission.

Die besten Ergebnisse im Punkt der Gewichtsreduktion wurden in Studien zu Formula-Diäten erreicht. Hier zeigte sich die Wichtigkeit eines großen Gewichtsverlustes (<15 kg) für Typ-2-Diabetiker. Zwei Jahre nach der Intervention war noch bei ca. 35% der Patienten eine Remission des T2DM zu beobachten, verglichen mit nur etwa 3% in der Kontrollgruppe (DiRECT Studie). Im Vergleich dazu war die Gewichtsreduktion bei low-carb Diäten (<26% Energie aus Kohlenhydraten) mit  ca. 1kg eher dürftig.

Interessant war außerdem der Vergleich der kontinuierlichen Kalorienreduktion mit dem populären Intervallfasten (5:2). Fazit hier: Es machte keinen Unterschied für die Gewichtsreduktion oder die Körperfettanteile, ob kontinuierlich weniger Kalorien aufgenommen werden oder an einigen Tagen gefastet und an anderen normal gegessen wird. Für einige Patienten mag aber die Umsetzbarkeit des einen oder anderen Modells besser geeignet sein.

Bezogen auf die glykämische Kontrolle bei Diabetikern ließ sich sagen, dass viele Diätformen entweder durch Reduktion von Kohlenhydraten oder durch Beachtung der Kohlenhydratqualität einen positiven Effekt auf den HbA1c-Wert zeigten. Keine Kostform stach hier als besonders geeignet hervor, es führen also auch hier viele Wege ans Ziel.

Abschließend ergänzte Prof. Buyken ihre Definition des Wortes „sinnvoll“ in Bezug auf Diäten unter anderem durch den Punkt der eigenen Bedürfnisse. Diesen erachte ich ebenfalls als besonders wichtig, denn eine Diät kann aus medizinischer Sicht noch so viel Sinn ergeben, wenn keine dauerhafte Compliance der Patienten zu erreichen ist.

Anna Laporte

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