Nicht-medikamentöse Diabetes-Therapie

Nahrungsergänzungsmittel – sinnvolle Zusatzempfehlung oder evidenzlose Überflüssigkeit?

Die nicht-medikamentöse Therapie des Diabetes mellitus besitzt einen hohen Stellenwert, insbesondere im Typ-2-Diabetes (T2DM). Angefangen mit der Umstellung der Ernährung und vermehrter körperlicher Aktivität bei Patienten mit metabolischem Syndrom und T2DM, bis hin zur bariatrischen Chirurgie bei stark übergewichtigen Diabetespatienten werden viele dieser nicht-medikamentösen Therapiestrategien von ÄrztInnen, ApothekerInnen und DiabetesberaterInnen empfohlen bzw. angewendet. Eine weitere Form der nicht-medikamentösen Diabetestherapie ist der Einsatz von Nahrungssupplementen, welche sich positiv auf den Blutzuckerspiegel, die Insulinsensitivität und die Blutlipide auswirken. Hierzu gab Prof. Skurk einen schönen Überblick in seinem Vortrag „Supplemente bei Diabetes“.

Anhand von Metastudien veranschaulichte er die positiven Effekte verschiedener Supplemente auf die oben aufgeführten Parameter, erklärte aber auch, dass keines dieser Supplemente zu einer klinisch relevanten Verbesserung der Erkrankung führte. So zeigte beispielsweise eine Magnesiumsupplementation von 300-400mg/d einen moderaten Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, das Blutlipidprofil und den Blutdruck. Positiv äußerte sich auch moderater Kaffeekonsum von 1-2 Tassen pro Tag durch Senkung des kardiovaskulären Risikos. Ausdrücklich abgeraten wurde von grünen Kaffee in Kapselform aufgrund toxischer Inhaltsstoffe, sowie von Chrom(III)-Salzen aufgrund des ungeklärten toxischen Potenzials. Überraschend waren für mich die Effekte des Extrakts der Bittermelone, welcher sowohl FPG, PPG als auch HbA1C senkte. Trotz alledem ist hiervon kein standardisierter Extrakt verfügbar, weshalb keine allgemeine Empfehlung zu geben ist. Auch Ballaststoffe zeigten gute Effekte auf Blutzucker und Insulinsensitivität.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mit Magnesium und Ballaststoffen bereits zwei nebenwirkungsarme Supplemente verfügbar sind, welche zwar das Krankheitsbild nicht klinisch relevant verbessern, aber dennoch positive Effekte auf die Laborparameter zeigen. Daher erachte ich eine begleitende Einnahme als durchaus sinnvoll. Sollte ein standardisierter Extrakt der Bittermelone verfügbar werden, so wäre dies eine dritte sinnvolle Ergänzungstherapie.

Bastian Krümmel

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