Nahrungsergänzungsmittel bei Diabetes – sinnvoll oder nutzlos?

Ob in Apotheken, Drogerien oder Supermärkten, man findet sie mittlerweile überall. In Kapseln, Tabletten oder Pulverform werden Ihre vorteilhaften Wirkungen bei unterschiedlichen Erkrankungen sowie auch Diabetes angepriesen. Ob die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln bei Diabetes jedoch wirklich notwendig ist, stellte Prof. Karsten Müssig in seinem Vortrag zum Thema „Nahrungsergänzungsmittel bei Diabetes“ im Rahmen des Symposium „Abenteuer Ernährung“ bei der Diabetes Herbsttagung dar.

Zahlen einer repräsentativen FORSA-Umfrage aus dem Jahr 2016 zeigen, das rund 1/3 der deutschen Bevölkerung Nahrungsergänzungsmittel (NEM) einnehmen. Im Durchschnitt Frauen etwas häufiger als Männer, sowie etwas mehr Menschen im jüngeren als im höherem Alter. Bei NEM handelt es sich um Lebensmittel (LM), die einen ernährungsspezifischen und physiologisch wirksamen Nährstoff in konzentrierter Form und dosierter Menge enthalten. Sie dienen dazu die allgemeine Ernährung zu ergänzen. NEM sind dabei den gesetzlichen Bestimmungen von LM untergeordnet und benötigen keine Zulassung hinsichtlich ihrer Wirkung und Sicherheit.

Im Rahmen der Diabeteserkrankung werden insbesondere Mineralstoffe und Spurenelemente sowie verschiedenen Vitamine und Omega-3-Fettsäuren (FS) diskutiert.

So wird beispielsweise eine zu geringe Magnesiumaufnahme mit einer erhöhten Insulinresistenz und damit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes assoziiert. Ein Chrommangel hingegen könnte zu einer verminderten Glukosetoleranz, Hyperglykämie und einer erhöhten Insulinresistenz und somit einer schlechteren glykämischen Kontrolle führen. Auch die Vitamine E und D werden im Zusammenhang mit einem erhöhten Diabetesrisiko diskutiert. So zeigen aktuellere Beobachtungsstudien Assoziationen zwischen niedrigen Serum-25-Hydroxy-Vitamin D-Konzentrationen und einer verschlechterten glykämischen Kontrolle, sowie einer erhöhten Diabetesprävalenz sowohl von Typ-1- als auch Typ-2-Diabetes. Die antioxidativen Eigenschaften von Vitamin E hingegen könnten einen günstigen Effekt auf die glykämische Kontrolle und somit auf die Entstehung eines Diabetes haben. Und auch ein regelmäßiger Konsum von Omega-3-FS könnte sich aufgrund ihres anti-inflammatorischen Potenzials, neben den positiven Auswirkungen auf kardiovaskuläre Risikofaktoren, günstig auf das Typ-2-Diabetes-Risiko auswirken.

Fazit

Während in besonderen Stoffwechselsituationen, wie der Schwangerschaft oder bei vorliegenden Vitamin-Mangel-Zuständen, die gezielte Einnahme von NEM empfehlenswert ist, ist die Evidenz für NEM zur Verbesserung der glykämischen Kontrolle oder der Prävention eines Typ-1- oder Typ-2-Diabetes eher unzureichend. Vielmehr sind weitere randomisierte kontrollierte Studien mit einheitlicheren Studienbedingungen notwendig, um konkrete Empfehlungen ableiten zu können. Auch zeigt eine abwechslungsreiche ausgewogene Mischkost bei der Mehrzahl der Menschen eine ausreichende Versorgung mit allen Mikronährstoffen.

TK

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