Nach 1 und 2 ist’s lange nicht vorbei

Diabetes kann so viel mehr sein als die klassischen Krankheitsbilder des Typ 1 und Typ 2. Professor Dr. T. Stulnig nannte und illustrierte in seinem spannenden Vortrag „Diabetes abseits von Typ 1 und 2“ in gelungener Weise weitere verhältnismäßig seltene Diabetestypen.

In seinem Vortrag ging Herr Stulnig auf genetische Formen eines beta-Zell-Defekts ein, zu denen Mitochondriopathien, MODY, nukleäre DNA-Defekte und weitere Gendefekte gehören. Ebenso kann die Insulinwirkung durch genetische Veränderungen vermindert sein. Aber auch Erkrankungen des exokrinen Pankreas oder systemische Erkrankungen können natürlich die endokrine Pankreasfunktion beeinträchtigen und auf diese Weise ebenfalls zu einem diabetischen Zustand führen. Wichtige zu nennen sind in dieser Gruppe die hereditäre Hämochromatose mit dem Bild eines Bronzediabetes und die zystische Fibrose. Doch die Liste hört hier nicht auf, auch Endokrinopathien und natürlich verschiedene Medikamente wie Glukokortikoide oder Schilddrüsenhormone können einen sekundären Diabetes verursachen.

Insgesamt war Herr Professor Stulnigs Vortrag ein Augenöffner für die klinische und ätiologische Breite des Diabetes Mellitus. Bei den selteneren Diabetestypen ist das Ansprechen auf Medikation und ein anderes Bild an Komplikationen besonders zu berücksichtigen. Hierbei wurde deutlich, wie wichtig die richtige Diagnose für die Prognose und den Insulinbedarf des Patienten ist.

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