Metabolische Chirurgie – das Allheilmittel?

Von Mareike Hartmann

Eine vertiefende Diskussion zum bereits in der Pressekonferenz angeschnittenen Thema wurde im Vortrag „Pro und Contra: Metabolische Chirurgie“ geführt.

Die bereits erwähnten Vorteile dieser Therapie (Beeindruckende Besserung eines Typ 2 Diabetes, Normalisierung zuvor pathologischer Werte, Medikamentenreduktion) wurden durch diverse Studien belegt und die Referenten waren sich einig, dass metabolische Chirurgie eine sehr effektive Therapieform darstellt und in den vorgelegten Studien besser abschneidet als konservative Therapie.

Allerdings machte Herr Dietrich als Vertreter der Kritiker deutlich, wie wichtig es sei, die Leitlinien zu überdenken. Diese indizieren bariatrische Chirurgie ab einem BMI> 35 oder zwischen 30 und 35, wenn dieser auf konservative Therapie nicht anspricht. Dabei berufen sich die Leitlinien auf zum Teil 30 Jahre alte Studien, deren Ergebnisse inzwischen veraltete wären. Tatsächlich profitieren nur 6-26 Prozent nicht von bester konservativer Therapie (zum Beispiel mit Optifast). Zudem gibt es noch keine Langzeitergebnisse der bariatrischen Chirurgie.

Insgesamt wäre somit eine bessere Zusammenarbeit und weniger Konkurrenzdenken zwischen Internisten und Chirurgen wichtig.

Die letzten beiden Vorträge behandelten die beiden bariatrischen Operationsverfahren Schlauchmagen und gastrischer Bypass. Dabei lässt sich zusammenfassend sagen, dass der Schlauchmagen zwar minimal schlechtere (aber nicht signifikant schlechtere) Ergebnisse im Bezug auf Verbesserung der Stoffwechsellage und Gewichtsverlust hat, jedoch die sicherere und einfacherer  Methode darstellt, vorrausgesetzt der Chirurg hat genügend Expertise.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bariatrische Chirurgie sicherlich eine wichtige und effektive Therapie bei Stoffwechselstörungen und Adipositas darstellt, aber wohl kein Allheilmittel ist und jede Indikation mit Bedacht und in interdisziplinärerer Zusammenarbeit gestellt werden sollte.

 

 

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