Mechanismen der Immuntoleranz erforschen und diese wiederherstellen

Die Vision des Hemholtz Zentrums (München): Mechanismen der Immuntoleranz erforschen und diese wiederherstellen. In der Session „Typ-1-Diabetes“ und Ihren Vorträgen ging Frau Dr. Daniel auf diese Vision ein.

„Immunmodulation in Typ-1-Diabetes: Welche Voraussetzungen benötigt eine „Diabetesimpfung“?“ Die Entstehung von Diabetes Mellitus Typ 1 (T1DM) ist ein Komplex aus 3 verschiedenen Phasen mit progredienter Abnahme der β-Zellen.
Phase 1: genetisches Risiko und Umweltfaktoren; Phase 2: präsymptomatische Phase mit Inselautoantikörpern und Phase 3: symptomatische Glukose-Intoleranz.

Bei der Präsenz multipler Inselantikörper kann mit der Wahrscheinlichkeit von nahezu 100% in den nächsten 20 Jahren T1DM auftreten. Die Inzidenz von Inselautoantikörpern bei Kindern mit Risiko für T1DM ist im Alter von 2 Jahren am höchsten.

Eine naive T-Zelle induziert normalerweise Treg-Zellen (regulatorische T-Zellen) – ist dies gestört, kann es im Kontext mit T1DM, Inselautoimmunität, humaner Erkrankung sowie Typ-2-Diabetes Mellitus (T2DM) und Adipositas stehen.
Laut Dr. Daniel gibt es gleichzeitig auch einen Gewebekontext: Treg-Zellen können durch Antigen-Stimulation und nicht-aktivierende Bedingungen induziert werden. Bei T1DM werden „Fast und Slow Processer“ unterschieden. Das bedeutet eine Plastizität hinsichtlich der fehlgeleiteten Immunreaktion und Immuntoleranz. Hier sind Fox P3 (Intrazellulärer Transkriptionsfaktor), regulatorische CD4 und CD25 (α-Kette des IL-2-Rezeptors) und Treg-Zellen zu erwähnen. Bei T1DM gibt es kein CD127 bzw. es fehlt. Werden diese entfernt entstehen schwerwiegende Autoimmunreaktionen. Die Regulation funktioniert antigenabhängig. Bei Kindern mit langsamem Fortschreiten des T1DM gibt es viel mehr Treg-Zellen, als bei solchen mit „Fast Progression“ (Alter <5 Jahre) – d.h.: eine hohe Inzidenz von regulatorischen Treg ist mit langsamem Fortschreiten des T1DM verbunden.
Bei Kindern mit „Fast Progression“ könnte die richtige Strategie sein, mehr Treg – Zellen zu bekommen. Die humane Treg in vitro Induktion ist während und nach der Autoimmunität deutlich vermindert.

„Einfluss von micrRNAs auf die Funktion regulatorischer T-Zellen bei Typ-1-Diabetes“:
Gibt es einen Einfluss von Micro RNAs?

Ja, vor allem miRNA92a. Diese ist stark erhöht, man versuche diese zu blockieren. Dies sei wichtig für die Rolle in der Differenzierung der T-follikularen Zellen – wichtig für die B-Zellen-Differenzierung und schließlich die Bauchspeicheldrüseninduktion. Hemmung von miRNA92a führt laut Dr. Daniel zur Reduktion der Immunaktivierung und einer Verbesserung der Immuntoleranz bei bestehender Inselautoimmunität. miRNA181a spielt laut Dr. Daniel ebenso eine Rolle. Hemmung des miRNA181a/NFAT5 Signalwegs führe ebenso zu einer Verbesserung der Immuntoleranz bei bestehender Inselautoimmunität.

Annamarie Freya Fronius

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.