Loopings in der Diabetestherapie

Wer auf der Diabetes Herbsttagung und allgemein in der Diabetologie unterwegs ist, der denkt bei diesem Wort nicht mehr nur an den Nervenkitzel bei einer Achterbahnfahrt, sondern auch an die noch neue und viel diskutierte Behandlungsoption bei Diabetes mellitus.

Beim Loopen geht es darum, mittels eines CGM-Systems (kontinuierliche Glukose-Messung), einer Insulinpumpe und einem Smartphone einen geschlossenen Kreis zu programmieren, den sogenannten „Closed Loop“, der über die vom Sensor gesendeten Werte und der so angepassten Insulinzufuhr den Blutzucker möglichst im Zielbereich hält. Ich hatte die Möglichkeit, ein Symposium zu besuchen, bei dem vier verschiedene Parteien zu Wort kamen: Ein Patient, der die Loop-Technik bereits verwendet, ein Jurist, eine Diabetesberaterin und ein Arzt. Nachdem alle einen kurzen Impuls zu dem Thema aus ihrer Perspektive gegeben hatten, wurde die Runde geöffnet und die Zuschauer durften Fragen stellen, die dann von den vier Experten beantwortet wurden. Es entbrannte eine spannende Diskussion, die sich vor allem um den Konflikt drehte, wie die Behandelnden einen Looper bei seiner Diabetestherapie unterstützen können, ohne sich in einer gefährlichen Grauzone zu bewegen, was die Rechtslage angeht.

Der Patient und die ebenfalls selbst betroffene Diabetesberaterin machten eindrücklich darauf aufmerksam, dass Looper weiterhin medizinisches Fachpersonal und auch gerne Schulungen zur optimalen Therapie brauchen. Denn obwohl die Menschen mit Diabetes, die einen Loop verwenden, überdurchschnittlich gut über ihre Erkrankung und die Insulintherapie informiert sind, gibt es neue Herausforderungen, die auf sie zukommen. So etwa technische Schwierigkeiten beim Einrichten des Loops, Vermeidung von Hyperglykämien nach automatischer Abschaltung der Insulinzufuhr oder Anpassung der Einstellungen in ungewöhnlichen Situationen wie Krankheit oder Kortisontherapie. Ärzte und Diabetesberater stellt das vor eine große Herausforderung, da das Beraten und die Schulung zu einer Loop-Therapie nicht erlaubt sind. Trotzdem gibt es ja schon einige Menschen, die einen Loop verwenden, der Bedarf ist also vorhanden.

Da eigentlich das oberste Ziel immer das Patientenwohl sein sollte und es nicht sinnvoll ist, den Patienten bei seiner Behandlung alleine stehen zu lassen, hoffe und erwarte ich, dass sich hier in naher Zukunft noch viel bewegen wird und es sich somit für alle Beteiligten einfacher gestaltet, eine gelungene Diabetestherapie mit dem Loop-System durchzuführen.

Kristin Schaller

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