Leber und Sport – eine neue Liebesgeschichte

Auch in diesem Jahr haben wieder viele Kongressteilnehmer an dem Diabeteslauf teilgenommen. Über 400 Teilnehmer stellten sich der Herausforderung die 5,5 km lange Strecke in Anlehnung an den 55. Geburtstag der DDG zu bezwingen. Einerseits um Spenden ein zu laufen, andererseits setzt die DDG mit diesem Lauf aber auch ein Zeichen: Prävention durch Sport – und das nicht nur in der Theorie! 

Jeder weiß: Sport ist gut! Aber warum eigentlich? Sport hat positive Einflüsse auf den Blutzuckerspiegel, den Blutdruck und auch auf die Blutfette. Der Einfluss auf die Skelettmuskelzellen ist gut erforscht, doch darüber hinaus gibt es auch viele Einflüsse auf andere Organe.

Was bewirkt Sport eigentlich bei der Leber?

Prof. Dr. rer. Nat. Weigert (Universität Tübingen) widmet sich diesem Thema und erklärte in ihrem Vortrag die Rolle der Leber, insbesondere auch von Hepatokinen, auf die Blutzuckerregulierung. Sie beschrieb anschaulich die Rolle der Leber, als sehr wichtiges und aktives Organ mit vielen Plasmametabolitveränderung während körperlicher Bewegung. 

Die Leber ist ein Energiespeicherort. Bei gesteigerte Muskelaktivität sinkt die Glukosekonzentration durch Verbrauch im arteriellen Blut, jedoch konnte in einem Experiment gezeigt werden, dass gleichzeitig Glukose von der Leber in die Lebervenen sekreteiert wird. Darüber hinaus werden freie Fettsäuren als Energiequellen in die Leber aufgenommen.

Desweiteren werden Hepatokine durch sportliche Betätigung freigesetzt. Hepatokine sind Signalmoleküle, die ausschließlich oder hauptsächlich von der Leber produziert und sektretiert werden. Diese Hepatokine haben einen Einfluss auf extrahepatische Organe. In ihrem Vortrag bezog sich Prof. Weigert vor allem auf folgende Hepatokine: FGF 21 (fibroblast growth factor 21), Follistation und HSP 72 (heat shock protein 72).

Sie und ihre Arbeitsgruppe konnten im Mausmodell zeigen, dass Sport eine vermehrte Freisetzung der Hepatokine induzierte und zwar während des Sports und auch in der Erholungsphase nach dem Sport. Hepatokine scheinen einen entscheidenden und auch langfristigen Einfluss auf die Metabolitveränderungen zu haben. Diese positiven Einflüsse beziehen sich beispielsweise auf die Blutzuckerregulierung (Modulation der Insulin- und Glukagonfreisetzung), auf Fettstoffwechselstörungen und auf Muskelwachstum.

Und das scheint auch bei Menschen so zu sein! 

Zusammenfassend ein sehr spannender Vortrag, der einen nur motivieren kann, noch mehr Diabetes-Läufe zu laufen.

Carla Marie Press

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