Lärm als neuer Risikofaktor für Diabetes?

Von Anja Zietzling

Dass sich Gene und Umwelt gegenseitig beeinflussen und eine wichtige Rolle in der Krankheitsentstehung spielen, ist sicher allen bekannt.

Im Rahmen des Symposiums Gen-Umwelt-Interaktion werden nun neue Einflussfaktoren festgestellt.

Durch Frau Kraus aus Neuherberg wurde nun auch Lärm als Risikofaktor für die Entstehung von Diabetes untersucht. Wer kennt Lärmbelästigung nicht? Hauptquelle ist der Verkehrslärm. Ein interessanter Nebenfakt dabei ist, dass in Westeuropa durch Umweltlärm 1 Million gesunde Lebensjahre verloren werden.

Durch das Lärm-Stress-Modell wird gezeigt, dass Lärm als Stressor direkt und indirekt Stressreaktionen auslöst. Dabei werden vor allem das sympathische und endokrine System aktiviert, wodurch es auch zu einer erhöhten Ausschüttung von Cortisol kommt. Für die Entstehung des Diabetes bedeutet das ebenfalls eine verringerte Beta-Zell-Funktion und verringerte Insulinaufnahme. Auch die durch den gestörten Schlaf veränderte Glucoseregulation und Veränderung der Appetitregulierung kann zur Gewichtszunahme und damit verbundenen Folgen führen. Doch reagieren Diabetiker besonders sensibel auf Lärm?

Neue Studien aus Dänemark zeigen diesbezüglich, dass ein Zusammenhang zwischen der Entstehung von Diabetes und Langzeitlärm besteht. Aus einer spanischen Studie ergibt sich durch verstärkten Nachtlärm eine signifikante Erhöhung an Diabetes zu Sterben (4 – 5 %). Jedoch ist die Studienlage bisher noch sehr schlecht, da es schwierig und langwierig ist solche Daten zu erheben. Vielleicht ergibt sich hieraus ein zukünftiges Forschungsthema für den diabetologischen Nachwuchs.

 

 

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