Kommentar zum Besuch der Veranstaltung „Praxisdialog: Medikamentöse Therapiestrategien für den Typ-2-Diabetes in Leitlinien und Konsensus Statements“

Die Vorträge und anschließende Diskussion haben klare Handlungsempfehlungen vermittelt. Meiner Ansicht nach ist der aktuell vonstatten gehende Paradigmenwechsel in der Therapie des Typ-2-Diabetes auch insofern ein großer Fortschritt, als dass die Fachbereiche Kardiologie, Nephrologie und Diabetologie angesichts der herausragenden Endpunktdaten von SGLT-2-Inhibitoren und GLP1-Analoga näher zusammenwachsen. Inzwischen wird man den in der Nationalen Versorgungsleitlinie festgesetzten Therapiezielen, insbesondere der Reduktion von Morbidität und Mortalität, durch den Einsatz dieser Substanzen deutlich mehr gerecht als noch vor wenigen Jahren. Zudem ist nun eine ganzheitlichere Behandlung des Patienten, über die Blutzuckersenkung hinaus, möglich geworden.

Neu und spannend war für mich die Information, dass Dapagliflozin nun seit dieser Woche zur HFrEF-Therapie ab einer eGFR von 30ml/min zugelassen ist. Somit ist nun endlich ein entscheidender Schritt in Richtung der, aus meiner Sicht längst überfälligen, Zulassungserweiterung passiert und lässt auf eine baldige generelle Änderung der Zulassung hoffen. Die Endpunktstudien mit SGLT-2-Inhibitoren zeigen schließlich eindeutig einen kardio- und nephroprotektiven Benefit insbesondere im Bereich der eGFR zwischen 30-60ml/min.

Zudem möchte ich Herrn Prof. Marx und Herrn Prof. Birkenfeld in ihren Aussagen gerne zustimmen, dass dieser Konflikt, ob nun SGLT2-Hemmer/GLP1-Analoga mit oder ohne Metformin gegeben werden sollten, nicht unbedingt notwendig ist. So kann man doch einfach direkt die Kombination aus Metformin und den Präparaten beginnen, wie in den neuen Leitlinien empfohlen eben unabhängig von der HbA1c-Einstellung, und behandelt somit seine Patienten/-innen kongruent mit dem Großteil der Studienpopulationen, welche auch in den Endpunktstudien diese Kombination erhielten.

Charlotte Wernicke

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