Ist wann wir essen wichtiger als was wir essen?

Wir alle haben schon mal gehört, dass wir eine innere Uhr (zirkadiane Uhr (Clock)) haben, die durch externe Reize, wie Licht, beeinflusst wird. Was der Einfluss der Ernährung betrifft, war bis jetzt unklar.

Im Rahmen des Stipendiatenprogramms des DDG-Kongresses hat PD Dr. Olga Ramich, Leiterin der Forschungsgruppe Molekulare Ernährungsmedizin (MEM) des Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rebrücke, die junge ÄrzteInnen und WissenschaftlerInnen mit ihrem Vortrag „Zirkadiane Aspekte in Diabetesforschung“ beeindruckt.

Im Fokus des Vortrags stand der aktuelle Kenntnisstand über den Einfluss der Diät auf die zirkadiane Uhr. Anhand mehrere klinischer Studien zeigten Dr. Ramich und Kollegen, dass iskalorische Änderungen der Diätkomposition die Oszillationen der Clock-Gene beeinflusst und dass die Clock-Gene tief in die Regulation von inflammatorischen und metabolischen Prozessen bei Menschen involviert sind.

Interessanterweise lösen Kohlenhydrate und Fette in Abhängigkeit von den Verzehrzeiten unterschiedliche metabolische Effekte aus: z.B. bei einer fett- und kohlenhydratreichen Diät. Hier zeigt ein kohlenhydratbetontes Abendessen eine Erhöhung der Glukosespiegel im Laufe des Tages – aber nur bei Probanden mit gestörtem Glukosestoffwechsel. Auch die Änderung der Zeit des Kohlenhydrat- und Fettverzehrs induzierten eine tiefe Reorganisation des zirkadianen Fettgewebstranskriptomes, unter anderem der Clock-Gene, vieler Gene des Glukose- und Lipidstoffwechsels sowie inflammatorischer Gene.

Also was wir essen und wann wir essen sollte immer zusammen betrachtet werden, da zirkadiane Rhythmen des Stoffwechsels und der Inflammation durch die Tageszeit der Nahrungsaufnahme, aber auch durch die Nahrungszusammensetzung verstellt werden können.

Renate Luzía Barbosa-Yañez

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