Inzidenz des Diabetes mellitus Typ 1 im Corona-Jahr 2020

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Manifestation des Typ-1-Diabetes und Corona? Im Vergleich zu den Jahren 2018 und 2019 nahm im vergangenen Jahr die Rate an Ketoazidosen deutlich zu. Insbesondere Kinder unter sechs Jahren waren betroffen.
Geografische Unterschiede bei der Pandemie korrelierten mit der Zahl der Ketoazidosen. In der ersten Corona-Welle waren der Süden und der Westen Deutschlands schwerer betroffen. Es zeigte sich in diesen Regionen eine höhere Ketoazidose-Rate als in Regionen mit weniger COVID-19-Fällen.

Die HbA1c-Rate bei der Erstmanifestation war 2020 ebenfalls höher als in den beiden Vorjahren. Die erhöhte Rate an Ketoazidosen und des HbA1c-Wertes bei Erstmanifestation ist mit einer späteren Diagnosestellung zu erklären. Ein verspäteter Arztbesuch ist vermutlich durch die Sorge der Bevölkerung entstanden, sich in den Arztpraxen mit dem SARS-CoV-2-Virus anzustecken.

Die Rate des Antikörper-negativen Diabetes Typ 1 lag im Jahr 2020 nicht höher als in der Vergangenheit. Somit ist davon auszugehen, dass eine Infektion mit SARS-CoV-2 an sich nicht zum Antikörper-negativen Diabetes führt.

Seit Jahren nimmt die Inzidenz von Diabetes Typ 1 kontinuierlich zu. Ab der Kalenderwoche 20 stieg die Kurve der Inzidenz jedoch deutlich schneller als in den beiden Vorjahren. Das Inzidenz-Raten-Verhältnis war im Jahr 2020 bei 1,15. Das bedeutet, dass die Inzidenz 15 % über dem zu erwartenden Maß lag.

Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 nicht zu einem Diabetes mellitus Typ 1 führt. Der Grund der höheren Inzidenz könnte mit der sozialen Isolation, den Hygienemaßnahmen und psychologischem Stress erklärt werden.

Besa Sopi

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