Insulinpumpe oder ICT in der Schwangerschaft?

Die Schwangerschaft einer Typ-1-Diabetikerin birgt Risiken für die Mutter und das ungeborene Kind. Um Komplikationen wie kongenitaler Fehlbildungen und perinataler Mortalität vorzubeugen, ist die präkonzeptionelle Stoffwechselstabilisierung (HbA1c <6.5%) einer Typ-1-Diabetikerin sowie ein stabiler Glukosestoffwechsel der Mutter im Verlauf der Schwangerschaft essenziell. Dabei stellt sich die Frage, ob auf technische Innovationen wie Insulinpumpen gesetzt werden sollte.

Insbesondere die Industrie wirbt dabei mit Vorteilen, wie einer stabileren Stoffwechseleinstellung, verbesserten Nüchtern-Glukosewerten, verminderten Hypoglykämien sowie einer höheren Flexibilität im Alltag für eine sorglose Schwangerschaft. Aus der Literatur geht hingegen kein Vorteil der Insulinpumpe gegenüber einer intensivierten konventionellen Insulintherapie (ICT) bzgl. der Optimierung der Glukosekontrolle und dem neonatalen Outcome hervor. Im Gegenteil: Die Literatur zeigt eine höhere LGA-rate der Neugeborenen von Müttern, die eine Insulinpumpe nutzen. Ursache hierfür ist eine höhere Gewichtszunahme in der Schwangerschaft bei Typ-1-Diabetikerinnen, die über eine Insulinpumpe eingestellt sind.

Der Wechsel einer gut eingestellten Schwangeren unter ICT zur Insulinpumpe ist damit genauso wenig gerechtfertigt wie vice versa. Wichtiger ist in diesem Falle, mit welcher Methode sich die Schwangere selbst wohler fühlt. Sollte während der Schwangerschaft der Umstieg von ICT auf eine Pumpe gewünscht sein, steht auch dies nichts im Wege. Bei Schwangeren, die über eine Insulinpumpe eingestellt sind, sollte jedoch ein besonderes Augenmerk auf die Einhaltung der Empfehlung der Gewichtszunahme während der Schwangerschaft des Institutes of Medicine geachtet werden.

Sarah Perschbacher

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.