Individualisierte Diabetestherapie – ein breites Spektrum an Möglichkeiten

von Tobias Baumgartner

Als Reisestipendiant war es mir im Rahmen des Diabetes Kongress in Berlin möglich, bei einer ganzen Reihe von Vorträgen und Symposien zu den aktuellen Entwicklungen in der Erforschung der Volkskrankheit Diabetes dabei zu sein. Einer der spannendsten Vorträge am ersten Kongresstag, Donnerstag, trug den Titel „Diabetessubtypen und individualisierte Diabetestherapie“. Das Ganze hört sich zunächst wohl etwas spröde an, zeigt aber, was für ein breites Spektrum an Therapiemöglichkeiten den Patienten und ihren behandelnden Ärzten heute zur Verfügung steht.

Die Vorsitzdenden des Symposiums waren Dr. Matthaei, der auf die individualisierte orale Diabetestherapie näher einging und Dr. Kellerer, die sich in ihrem Vortag mit den Möglichkeiten der Insulintherapie beschäftigte.

Die orale Diabetestherapie – „hit hard and early, butt safely“

Dr. Matthaei befasste sich in seinem Vortrag mit den verschiedenen Pharmaka, die in der oralen Diabetestherapie verwendet werden und konnte dabei vor allem die Vor- und Nachteile der verschiedenen Wirkstoffe anhand aktueller Studien sehr anschaulich hervorheben. Für mich persönlich war es sehr erstaunlich, welche große Vielfalt an Kombinationsmöglichkeiten der verschiedenen Pharmaka den Patienten zur Verfügung stehen, um ihre individuellen Bedürfnisse zu erfüllen. Als Hauptziele für die behandelnden Ärzte hob der Vortragende hervor, dass besonders die frühe Diagnosestellung sowie das schnelle und effiziente Erreichen der Diabetes-Ziele im Vordergrund stünden, was er mit dem Merkspruch „Hit hard and early, but safely“ nochmal unterstrich.

Insulinschemata – optimal an den Patienten anpassen

Frau Kellerer ging zuerst kurz auf die Geschichte der Antidiabetika ein, um dann zu ihrem eigentlichen Thema, der Insulintherapie überzuleiten. Sie erklärte, dass es mittlerweile eine Vielzahl von Insulinschemata gibt, die sich im besten Fall optimal an die Voraussetzungen des Patienten anpassen. Sie berichtete über Vor- und Nachteile der einzelnen Therapieformen und zeigte mit einigen Fallbeispielen aus ihrer klinischen Praxis, wie schwer die richtige Diagnose und die richtige Therapie manchmal zu finden sind.

Fazit – die EINE Diabetestherapie gibt es nicht

Dass diese Themen auch für viele klinisch tätige Besucher des Kongresses in der Praxis relevant sind, zeigten zahlreiche Fragen zu den verschiedenen Therapiemöglichkeiten aus dem Publikum.

Alles in allem war dies ein sehr gelungenes Symposium, das aufzeigte, dass es nicht DIE allgemeine und universal gültige Diabetestherapie gibt, sondern, dass es heutzutage notwendig ist, die spezielle Lage des Patienten zu berücksichtigen, um ihm die optimale Therapie unter Abwägung der Nebenwirkungen zu bieten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.