Hustenstiller oder Antidiabetikum? – Eine Frage der Blut-Hirn-Schranken Permeabilität

Dextromethorphan ist ein Wirkstoff, der in vielen OTC-Produkten zur Linderung von Reizhusten verwendet wird. Doch zeigte sich zusätzlich auch eine protektive Wirkung auf das Pankreas sowie insulinsekretionssteigernde Effekte. Dieser Thematik widmete sich Frau Otter in den freien Vorträgen mit dem Themenschwerpunkt „Typ-1 Diabetes und Gestationsdiabetes“.

Beim Dextromethorphan und seinem aktiven Metaboliten Dextrorphan handelt es sich aus pharmakologischer Sicht um einen zentralwirksamen nichtkompetitiven Antagonisten des NMDA-Rezeptors. Dieser bewirkt eine Hemmung des Hustenreizes, jedoch ist auch eine psychotrope Wirkung in höheren Dosierungen bekannt, welche das Risiko eines Abusus birgt. Diese Substanzen sind aufgrund der positiven Wirkungen auf das Pankreas ein interessantes Forschungsfeld. Das Ziel von Frau Otter ist daher Derivate ausfindig zu machen, die eine geringe Blut-Hirn-Schranken Permeabilität aufweisen, unter Beibehaltung der protektiven sowie insulinsekretionssteigernden Effekte. Es kristallisierten sich in ihren Versuchen schon einige Substanzen heraus. So veranschaulichte Frau Otter in ihrem Vortrag Ergebnisse ihrer gegenwärtigen Leitsubstanz, welche positive Ergebnisse nicht nur im Mausmodell, sondern auch bei humanen Langerhans-Inseln aufwiesen.

Die gegenwärtigen Untersuchungen können möglicherweise der Weg zu einer neuen Klasse von Antidiabetika sein und ich bin gespannt ob Derivate des Dextrorphans den weiten Weg bis zur Zulassung überstehen werden.

Bastian Gaus

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