Hauptsache low carb und kein Weizen – oder etwa doch nicht?

Die diesjährige Diabetes Herbsttagung berichtete über neue Erkenntnisse und Forschungsergebnisse im Bereich der Diabetologie. Da ich als Studentin der Medizin, im 7. Semester, in meinem bisherigen Studium leider nur bedingt mit dem Diabetes in Berührung kam, die Praxis jedoch ganz anders ausschaut und man mit diesem Krankheitsbild in jeder Fachrichtung umgehen muss, wollte ich einen Einblick in die Grundlagen der Diabetologie bekommen – mit Erfolg!

Ich interessierte mich für die Ernährung in der Diabetestherapie, da man dadurch oftmals die Krankheit rückgängig beziehungsweise im fortgeschritteneren Stadium zumindest viele der fatalen Folgen verhindern kann. Ich besuchte den Vortrag von Herrn Dr. Nussbaumer, welcher darauf hinwies, dass die Krankheit nicht einen bestimmten Patienten mit einem bestimmten Essverhalten ausmacht sondern viele Gesichter hat. So ist es nicht möglich, wie viele Bücher empfehlen, jedem Patienten vorzuschlagen, auf Kalorien soweit es geht zu verzichten. Eine Schwangere mit einem Gestationsdiabetes muss schließlich die Energie für zwei Leute aufbringen und ein Patient in der Geriatrie sollte seine Lebensqualität nicht durch das Essen verringern. Man muss auf die Bedürfnisse des Einzelnen eingehen.

Natürlich ist in den meisten Fällen eine Adipositas vorhanden, somit muss hier auf eine kohlenhydratarme Ernährung hingearbeitet werden, um eine Fettleber zu verhindern. Dabei ist es von Bedeutung, dass die Patienten möglichst nicht frei verfügbare Zucker zu sich nehmen. Bei dem Brotkonsum wird strikt von Laugengebäck abgeraten. Hier sind durch das noch feiner gemahlene Mehl und damit ein größerer Anteil frei verfügbarer Zucker stärkere Anstiege des Blutzuckers nachgewiesen worden als bei anderen Brotsorten. Es wird angeraten, Sauerteig anstatt Hefe und Roggen- anstatt Weizenbrot zu konsumieren, da hier der Zuckergehalt geringer beziehungsweise nicht so frei verfügbar ist und der Blutzucker damit kontinuierlicher ansteigen kann.

Die Erkenntnisse über das Verhalten von Stärke in Brotprodukten habe ich bisher unterschätzt, da mein bisheriger Wissensstand war, sich von Weizenprodukten fern zu halten, jedoch zeigen die neuesten Studien, dass eine gesunde Ernährung bei dem Diabetes viel komplexer ist als bisher gedacht.

Claudia Prystupa

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