Gekaufte Vorbilder: Nationalspieler als Werbeträger für Coca Cola und Nutella?

Nicht nur Sportfans freuen sich auf die bevorstehende Fußball-EM: Auch die Großkonzerne werfen mit Sponsorengeldern um sich, wenn es darum geht, ihre Logos möglichst prominent in das Event mit einzubinden.

Bild: Fußballer auf Kinderschokolade.

Die deutsche Nationalmannschaft wird schon lange vor dem ersten Vorrundenspiel zur wandelnden Werbefläche. Die Auswahl der Werbepartner könnte dabei nicht unpassender sein: Neben Ferrero, dessen Panini-Bildchen unter Sammlern wie Wertpapiere gehandelt werden, nutzen auch Coca Cola und McDonald´s die Gesichter der deutschen Fußballer, um ihren Kalorienbomben ein sportliches Image aufzudrücken.

Die DDG hat die Sponsorenauswahl  des DFB in einer aktuellen Pressemeldung scharf kritisiert: Der Fußballbund widerspräche seiner Vorbildfunktion und seinem gesellschaftlichen Auftrag den sportlichen Nachwuchs zu fördern. Werbespots suggerieren jungen Menschen, dass die Fußballer vor jedem Training ein Glas Nutella frühstücken und Bastian Schweinsteiger abends tütenweise Chips verschlingt. Gerade Kinder können kaum nachvollziehen, dass Schokolade, Cola und Burger nicht zu den Höchstleistungen passen, die ihre Idole jeden Tag erbringen müssen. Genauso gut könnte der DFB noch Tabakhersteller Philip Morris und Jägermeister mit ins Boot holen.

Würde sich der DFB tatsächlich auf die Suche nach „gesunden“ Sponsoren begeben, stünden die Hersteller möglicherweise vor einem Problem: Den meisten gesunden Produkten fehlt die Verpackung als Werbefläche. Wie soll man das Gesicht von Manuel Neuer auf einer Salatgurke oder einer Banane unterbringen? Und wie gut würde sich ein Broccoli auf einem Fußballtrikot machen? Tatsächlich finden sich wenige Beispiele für gesundes Product Placement im Sport. Dass es trotzdem geht zeigt zum Beispiel Ex-Kapitän Philipp Lahm, der sein Gesicht für den Mineralwasser-Produzenten Adelholzener zur Verfügung stellt. Die Klitschko-Brüder bewarben die Fitnessstudio-Kette Mc-Fit und klärten auf, dass gebackene Banane weder gesund noch ein typisch asiatisches Dessert ist. Bierhersteller Erdinger schenkt auf Sportveranstaltungen alkoholfreies Weizen aus. Michael Ballack schickte gestresste Menschen für das Internetportal ab-in-den-urlaub.de in die Ferien. Das ist ja auch irgendwie gesund.

Wie Werbeprofis wissen: Nichts ist unmöglich! Für Bananen gibt es beispielsweise schicke Bananen-Boxen, die man bedrucken könnte, der Salatgurke kann man „persönliche“ Rezeptvorschläge der Promis beilegen und mit Obst kann man super jonglieren und wenn nicht, ist es auch ein Hingucker.

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