Gefährliche Blutfette: Nicht nur Cholesterin macht krank

von Tim Benninghoff

Wenn von Blutfetten die Rede ist, dann wird landläufig meist von Cholesterin gesprochen: „Der Arzt hat mir was gegen Cholesterin verschrieben, weil meine Blutfette so hoch sind“. Etwas in der Art habe ich schon häufiger von älteren Bekannten und Verwandten aufgeschnappt. Offen bleibt dabei aber die Frage, ob Cholesterin allein der Gegner ist, den es zu bekämpfen gilt.

Professor von Eckardstein stellte in der Session „Lipide und Diabetes“ am Donnerstag eindrucksvoll dar, dass die gemessene Menge einer bestimmten Lipidklasse im Plasma nicht die Vielfalt innerhalb dieser Klasse wiederspiegelt. Cholesterin ist zwar mengenmäßig stark im Plasma vertreten, die Cholesterindiversität ist dagegen eher gering. Sphingolipide dagegen sind nur gering im Plasma vertreten, tauchen dafür aber in einer großen Verschiedenheit auf.

Wie atypische Sphingolipide die Insulinausschüttung stören

Professor von Eckardstein zeigte beispielsweise, dass atypisch veränderte Sphingolipide im Blut von  Typ-2-Diabetikern erhöht sind und zelltoxische Eigenschaften haben. Diese zellgiftigen Eigenschaften wirken sich unter anderem auf die β-Zellen der Bauchspeicheldrüse aus und führen dort zu einer gestörten Freisetzung von Insulin und zur Apoptose. Darüber hinaus wies Prof. von Eckardstein darauf hin, dass Hinweise vorliegen, die diese Klasse von Fetten mit diabetischer Neuropathie in Verbindung bringen. Es gibt also auch andere Blutfette, als Cholesterin, die Menschen krank machen können.

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