„Fruchtbare“ Interaktion – Apps für Gestationsdiabetes

Hier auf dem Kongress war auch der Gestationsdiabetes ein Hot Topic, das den Saal am Freitagnachmittag zum Überlaufen brachte. Unter dem Thema „Schwangerschaft und Technologie“ hat uns Dr. Bernhard T. Gehr einen spannenden Einblick in die Nutzung von Apps bei Gestationsdiabetes gegeben.

Das Smartphone ist heute der ständige Begleiter und somit ein vielversprechender Zugang zum Patienten. Es gibt inzwischen schon etwa 100 Apps für Diabetes-Patienten, die beispielsweise die Dokumentation der Blutzuckerwerte und der Mahlzeiten erleichtern oder zur mehr Bewegung motivieren. Auch Apps für die gezielte Information der Patienten sind auf dem Vormarsch.

Schwangere, etwa 60% (Umfrage von 2014), nutzen gerne Apps, welche sich mit der Schwangerschaft oder dem Baby beschäftigen. Diese sind zum Beispiel Periodenkalender- oder Babyphone-Apps. Wieso dies also nicht verbinden? Gibt’s das schon, Apps für Schwangere mit Gestationsdiabetes? Wenn Sie norwegisch oder italienisch sprechen, ja! Auf deutsche Apps müssen wir leider noch warten. Trotzdem wird sich das Warten lohnen, denn diese Apps können den analogen Mutterpass um einiges erweitern. Beispielsweise ist ein digitales Diabetes-Tagebuch mit der Möglichkeit zur fotografischen Dokumentation der Mahlzeiten, Erinnerungsalarme zu Messzeiten sowie auch Arztterminen und multilinguale Informationsvideos zu erwarten. Zusätzlich wird durch eine solche App die telemedizinische Betreuung der Schwangeren möglich. Dies gibt der Schwangeren Sicherheit. Meist ist der Umgang mit Diabetes neu und anfänglich oft überfordernd. Die App gibt die Möglichkeit eine telefonische Beratung beispielsweise von zuhause aus zu erhalten, bei der die beratende Person auch gleich durch Datenübermittlung der App alle Blutzuckerwerte und Mahlzeiten vor Augen hat und somit besser intervenieren kann. Zusätzlich kann die Schwangere bei kritischen Blutzuckerwerten auch von der Betreuungsstelle kontaktiert werden, was wiederum Sicherheit verspricht.

Somit hoffen wir nun auf die schnelle Entwicklung einer solchen App, damit unsere Schwangeren nicht erst noch einen Italienischkurs besuchen müssen sondern sich auf das Genießen ihrer Schwangerschaft konzentrieren können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.