Schwankende Blutzuckerwerte können auf eine Essstörung hinweisen

Weizen macht krank, Wurst verursacht Krebs und wer Coca Cola trinkt, ist ohnehin zum Tode verurteilt: Noch nie war die Diskussion über gesunde Ernährung so präsent wie heute. Nach dem Vorbild von Lady Gaga und anderen Popstars meiden immer mehr Menschen Laktose und Gluten, obwohl bei ihnen nie eine Intoleranz festgestellt wurde. Andere setzen auf vegetarisch oder gar vegan. Anhand der Essgewohnheiten, fällt es oft nicht leicht zu erkennen, ob jemand einen eigenwilligen Ernährungsstil pflegt oder möglicherweise an einer echten Essstörung leidet.

Frauenfüße auf einer Waage

Quelle: Fotolia

Essstörungen sind bei Menschen mit Diabetes keine Seltenheit: 10 Prozent der jungen Mädchen mit Typ-1-Diabetes leiden auch an Bulimie oder einer unspezifischen Essstörungen. Die Patientinnen habe Heißhungerattacken, die sie durch Erbrechen, Abführmittel oder exzessiven Sport zu kompensieren versuchen. Viele überspringen auch Insulingaben, um eine Gewichtszunahme nach einer Ess-Attacke zu vermeiden. Die Binge Eating Disorder (BED), also wiederholte Essattacken ohne Kompensations-Maßnahmen, scheint bei Menschen mit Diabetes Typ 2 gehäuft vorzukommen.

Eventuell können schwankende Blutzuckerwerte oder schwere Stoffwechselentgleisungen auf gestörtes Essverhalten hinweisen. Im Gegensatz zur Magersucht, sind Bulimie und BED den Patientinnen von außen aber kaum anzusehen. Die Betroffenen verharmlosen ihre Erkrankung oder trauen sich aus Scham nicht darüber zu sprechen. Deshalb kommt der Diabetessprechstunde eine besondere Bedeutung zu: Da die Patienten ihr Problem sehr wahrscheinlich nicht von selbst ansprechen werden, liegt es am Arzt, eine Essstörung auszuschließen. Validierte Screeninginstrumente sind zudem der SCOFF-Fragebogen, der Diab-Ess oder das „Brief Screening Tool for Disordered Eating in Diabetes„. Für eine erfolgreiche Behandlung des Diabetes ist die Therapie des gestörten Essverhaltens zwingend notwendig.

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