Erfolgreiches Publizieren in der Wissenschaft

Zum Vortrag vom Vorsitzenden der AG Nachwuchs Dr. T. Laeger fanden sich viele Reisestipendiaten und Jungwissenschaftler ein. Verständlich, da dieses Thema viele betrifft und doch einige Tücken beinhaltet.

Nach einer kleinen Einführung wurde vor allem auf formale Kriterien wissenschaftlicher Artikel eingegangen – wie muss ein Paper aufgebaut sein? Was muss jeder einzelne Punkt beinhalten? Was genau versteht man unter einem Abstract? Wie muss eine wissenschaftliche Arbeit und ein Paper gegliedert werden?
Hier gab es, gerade für „Neue im Geschäft“, gute und interessante Tipps.

Dr. Laeger empfahl auch einige Referenzprogramme. Es folgte ein interaktiver Austausch zu Programmen zur Erstellung und Bearbeitung von Abbildungen – mit Empfehlungen zu kostenlosen Programmen, aber auch bis hin zu den teuersten.
Sein „Pro-Tipp“: so wenig Farbe wie möglich in Grafiken und Abbildungen verwenden. Es bieten sich Schwarz, Weiß und alle Grautöne an, wodurch man sich viel Geld beim Veröffentlichen des Papers sparen kann. Hier gilt also: Es muss nicht gut aussehen, sondern es sollte funktional und günstig gestaltet werden. Bei komplexen Schemata und Skizzen kann Farbe aber durchaus Sinn machen – wenn hierdurch ein Mehr an Übersicht gewonnen wird.

Und auch zum Thema Korrekturlesen wurden einige Programme empfohlen. Schlussendlich sollte aber doch noch einmal eine Person drüber lesen. Es bietet sich an den Artikel einem „native Speaker“ vorzulegen, da diese vor allem Grammatikfehler aufstöbern können.

Weiter ging es mit dem Thema „Cover Letter“ – also dem Anschreiben an den Editor – und der Umgang mit den Reviewern. Hier konnte Dr. Laeger mit eigenen Erfahrungen beitragen. Das positive Feedback verbunden mit konstruktiven Verbesserungsvorschlägen der Reviewer stand hier im Vordergrund. Es lohnt sich oft, deren Rat anzunehmen und so das Paper deutlich zu verbessern. Aber Vorsicht: Einige Reviewer lehnen Paper auch ohne Begründung ab. Oder sie verlangen unverhältnismäßige Zusatzuntersuchungen, die das Publizieren deutlich in die Länge ziehen können und die Kosten in die Höhe treiben würden, ohne dass es einen Mehrwert hätte.

Wichtig zu erwähnen ist, dass ein Paper immer nur bei einem Journal bzw. einem Herausgeber eingereicht werden darf. Es muss immer abgewartet werden, ob das jeweilige Journal einer Veröffentlichung zustimmt oder es ablehnt – erst nach einer Ablehnung darf das nächste Journal angeschrieben werden. Das Spiel fängt dann wieder von vorne an.

Der interaktive Vortrag von Dr. Laeger war spannend und für viele der erste Einblick in die Welt des Publizierens. Seine unaufgeregte Vortragsart und das Berichten von eigenen Erfahrungen bot für jeden neue Erkenntnisse, die beim eigenen Schreiben und Veröffentlichen hilfreich sein werden. Dafür ein großes Dankeschön und hoffentlich ein Wiedersehen bei der DDG-Herbsttagung.

Walter Ballot

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