Eine Reise, die sich gelohnt hat…!!

Die Stadt Leipzig ist 1439 km von Thessaloniki in Griechenland entfernt. Aber die Entfernung hat mir nicht abgeraten, hierher zu kommen und an der Diabetes Herbsttagung teilzunehmen. Und ich muss zugeben, dass es eine echt tolle und lehrreiche Erfahrung war.

Als Nächstes wurden wir als Reisestipendiaten von unseren Mentoren ganz herzlich begrüßt. Alle waren bereit, uns zu helfen. Sie haben uns Ratschläge hinsichtlich Karrieremöglichkeiten, Forschung, Familie und Beruf gegeben und auf unsere persönlichen Fragen und Sorgen geantwortet. Das ist von großer Bedeutung für eine junge Person, die ihre ersten Schritte in der Medizin macht.

Das wissenschaftliche Program war reich und ich konnte mich nicht leicht entscheiden, welches Symposium ich besuchen sollte, weil die meisten äußerst interessant klangen. Also ich musste auswählen und alle diese, die ich letztendlich besucht habe, haben mir neues Wissen beigebracht.

Als angehende Chirurgin habe ich selbstverständlich das Symposium über die prä-und postoperative Behandlung eines Patienten mit Diabetes besucht, die wirklich eine Herausforderung ist. Die Ernährung, die psychologische Unterstützung sowie die Umstellung der Dosierung von Medikamenten sind besonders zu beachten und verlangen eine interdisziplinäre Kooperation.

Diabetes und Nieren stellt eines meiner Lieblingsthemen dar und das entsprechende Symposium hat mich nicht enttäuscht. Es ist schwierig für einen Patienten, seine Essgewohnheiten zu verändern und alle Einschränkungen hinzunehmen. Wenigere Kohlenhydrate, weniger Protein in manchen Fällen, weniger Kalium und Phosphat. Überhaupt nicht leicht… Natürlich wurden die vielversprechenden SGLT-2- Inhibitoren analysiert, die nicht nur die Blutzuckerwerte senken sondern auch andere positive Wirkungen haben wie zum Beispiel bei der Albuminurie.

Besondere Fälle wurden auch präsentiert. Eine Frau und ihre Tochter mit Lipodystrophie, eine Frau mit Lipoatrophie im Lumbalbereich nach Insulinspritzen und eine Frau mit Typ-1-Diabetes, die ein totes Kind von ungefähr 6 Kg und 68cm zur Welt gebracht hat, trotz eines normalen Schwangerschaftsverlaufs und unauffälliger Messwerte, haben das Auditorium beeindruckt.

Bei dem Symposium Diabetes und Herz habe ich erfahren, dass Apixaban bei Diabetikern nicht zu empfehlen ist und habe auch ein tolles Bild gesehen, das die Kapillare des Herzens eines Diabetikern mit Aneurysmen und Brüchen abgebildet hat. Zum ersten Mal habe ich von der „Diabetischen Kardiopathie“ gehört. Und laut der Leitlinien von ESC 2019, sollte man bei Typ-2 Diabetikern mit hohem kardiovaskulärem Risiko nicht mit Metformin, sondern sofort mit SGLT-2- Inhibitoren anfangen.

Last but not least, war ich traurig zu erfahren, dass die Ernährung und Bewegung bei Adipositas-Patienten langfristig nicht so effizient sind, zumindest was die Gewichtsreduktion anbelangt. Aber…im Allgemeinen haben sie einen günstigen Effekt auf HbA1c, Triglyzeride und Cholesterol. Sowieso hat eine Gewichtsreduktion von nur 5% positive Wirkungen. Lediglich die bariatrische Chirurgie bietet evidenzbasiert langfristige positive Ergebnisse. Trotzdem ist sie leider nicht bei allen Patienten anwendbar und die postoperative Behandlung ist überhaupt nicht einfach.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass ich zwei sehr nützliche Tage in Leipzig verbracht habe. Ich habe mich über die neuen wissenschaftlichen Entwicklungen informiert, bin anderen motivierten Studenten begegnet und habe Ratschläge für meine Zukunft von den Mentoren bekommen. Es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass meine Reise aus Griechenland der Mühe wert war. Vielen Dank DDG!!!

Evrydiki Asimakidou

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