Ein Vortrag der etwas anderen Art

Teil der Begrüßung in der Frankenhalle am 11.11.2016 war der Vortrag von Prof. Dr. Peer Abilgaard, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Gerontopsychiatrie und Psychotherapie am Helios Klinikum Duisburg und Professor für Musikmedizin an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln.

Es ging um ein Thema, das für den ein oder anderen reinen Empiriker sicher schwer zu objektivieren war, nämlich die Fähigkeit, mit Leid umzugehen und warum manchen Menschen dies leichter fällt als anderen. Am Beispiel des großen Komponisten Johann Sebastian Bach erörterte Professor Abilgaard unter Zuhilfenahme zahlreicher musikalischer Beispiele, sowohl den Humor als auch die Fähigkeit zur Hoffnung, des Künstlers. Johann Sebastian Bach war nach heutiger Ansicht sehr wahrscheinlich Diabetiker, hatte aber auch mit anderen harten Schicksalsschlägen zu kämpfen, wie dem Tod einer seiner Töchter, in frühen Jahren, oder dem Mangel an Anerkennung.

Diese Fähigkeit, Leid zwar als solches zu erkennen, es aber nicht nur von der negativen Seite zu sehen, sondern weiterhin hoffnungsvoll und lebensfroh zu bleiben und dem Unmut eine Stimme zu geben, um die Bürde zu kanalisieren und danach auch wieder hoffnungsvoll nach vorne zu blicken, nennt man Resilienz. Diese Fähigkeit ist der Grund, warum manche Menschen mit schweren Schicksalen besser zurechtkommen als andere.
Diese Tatsache untermauerte Prof. Abilgaard am Ende seines Vortrags damit, dass ein Placebo Schmerzmedikament in 10 Prozent der Fälle Besserung bringt. Wenn allerdings der verschreibende Arzt zu dem Patienten sage, er habe Hoffnung für ihn, dass es ihm besser gehe mit dieser Arznei, so liege die Erfolgsquote bei 30% Prozent.

Ganz zum Schluss rundete er den durch die musikalischen Zwischenspiele schon sehr gelungenen Vortrag noch mit einem fünfstimmigen Kanon von „Der Hahn ist tot“ ab, bei dem das komplette Plenum eingebunden wurde und der Herr Professor auch selbst ganz schön vorlegte.

Was am Anfang komisch und unerwartet war, lockerte auf jeden Fall die Stimmung auf und verschaffte allen einen guten Start in den Tag. Sicher sind wir alle keine Johann S. Bachs, aber jeder hat etwas das er sehr gut kann und Spaß daran findet. Ich verstehe jetzt, wie die Musik ihm Kraft gab.

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