Ein Leben an der Leine? Fragen zur Insulinpumpe

Von Silke Wunderlich

Ein Leben lang „an der Leine hängen“?

Immer wieder piepsen?

Diese Fragen ich mir in den letzten Jahren immer wieder gestellt und beschäftigen wohl jeden Menschen mit Diabetes, der sich für oder gegen eine Insulinpumpe entscheiden soll.

Seit 2006 habe ich selbst Diabetes mellitus Typ 1. Bisher wurde ich mit intensivierter konventioneller Insulintherapie behandelt (ICT) und bin seither unglücklich mit meinen Blutzuckerwerten. Immer wieder lese ich in einem Paper (zum Beispiel von Pickup aus dem Jahr 2002), dass eine Insulinpumpe meine Werte verbessern könnte. Solche Paper haben mich letzten Endes überzeugt, dass ich unbedingt auch eine Pumpe haben möchte.

Die Alltagstauglichkeit habe ich bereits mit einer ausgeschalteten Pumpe getestet. Eine Woche lang lag sie nachts neben mit im Bett uns störte mich dabei kein bisschen. Zum Duschen oder Baden koppelte ich sie einfach ab. Nur beim ersten Gang im Schwimmbad war mir mulmig zumute. Bisher hat das Pflaster auf meinem Bauch aber noch keine neugierigen Blicke auf sich gezogen.

Wer die Entscheidung einmal getroffen hat, muss noch einige Anstrengungen in Kauf nehmen, bis er die Pumpe endlich in den Händen hält. Für die Genehmigung musste ich meine Blutzuckertagebücher über einen Zeitraum von drei Monaten und ein Gutachten meines Diabetologen bei der Krankenkasse vorlegen. Dann wird geprüft: Wie hoch ist der Nüchternzucker? Erscheint der Patient zuverlässig und hat er seine Therapie bisher ordnungsgemäß befolgt? Wie gut ist er derzeit eingestellt?

Wochen vergingen. Dann war ich frischgebackene Pumpenträgerin.

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