Du bist, was du isst? Alles eine Frage der Compliance!

Du bist, was du isst? – Doch welche Ernährungsform ist individuell auch wirklich umsetzbar? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Ernährungswissenschaftler Stefan Kabisch auf dem diesjährigen DDG-Kongress.

Die Compliance, also die Therapiemitwirkung des Patienten, ist selten „binar“. In den wenigsten Fällen ist sie also vollkommen perfekt oder absolut fehlend, vielmehr kann man die Compliance als Kontinuum von verschiedenen Spektren sehen. In manchen Unterpunkten der medizinischen Therapie kann die Compliance des Patienten sehr gut sein, in anderen eher mangelhaft. Auch die Umsetzung von Diätkonzepten ist manchmal nur schwer messbar und abzuschätzen. Anhand einiger Parameter kann man die Therapiemitwirkung grob messen, wie durch Ernährungsprotokolle oder den Gewichtsverlauf. Doch welche Faktoren die Compliance genau beeinflussen, ist weiterhin nicht vollständig geklärt. Als wichtige Beobachtung kann die Drop out rate dienen, da sie leicht messbar ist und in vielen Studien publiziert wurde.

Konkret ist die Compliance für low-fat Diäten eher schlecht, zudem ist es schwierig, eine mediterrane bzw. ölreiche Diät außerhalb Südeuropas umzusetzen. Die beste Adhärenz hat sich bei low-carb gezeigt, besonders bei moderater Ausführung können dies die Patienten auch langfristig umsetzen. Vegetarische oder vegane Diäten sowie Intervallfasten sind bisher durch Studien kaum beurteilbar.

Zusammengefasst lässt sich sagen, das es bei der Messung der Diättreue weiterhin etwas schwierig bleibt, zu einer genauen Aussage zu kommen. Zwar gibt es bereits einige Biomarker zur Compliance-Messung, wie das CDT (Carbohydrate-Deficient Transferrin) als Marker für Ethanolkonsum, doch noch nichts, wie einen „universalen Diätbiomarker“.

Daniel Pichler

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