„Die Mauer ist nicht gefallen“, noch nicht gefallen, aber kann fallen

„Die Mauer ist nicht gefallen“, die ersten Worte von Dr. h.c. F. Schorlemmer in der Eröffnungsveranstaltung in der diesjährigen Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Ja, einige Mauern sind noch da geblieben, wo sie gebaut worden sind, um Menschen voneinander zu trennen und zu stigmatisieren.

„Dick“ und/oder „doof“ und/oder Diabetes:
„Dick, doof, Diabetes?“, der Vortrag von Dr. Scheper am Students‘ Diabetes Day versuchte eine Mauer zu durchbrechen, und nämlich das Stigma, das Patienten mit Diabetes mellitus 2 (DM2) in den Augen der Gesellschaft ständig „dick“ und „doof“ erscheinen lässt. Dieses Stigma bewegt oft auch Ärzte zu unfreundlicher Distanzierung und Abneigung gegen den betroffenen Mitmenschen.

Die Wahrheit oder ein großer Teil davon:
95% der DM2-Patienten sind übergewichtig; die Assoziation mit einem niedrigen Bildungsniveau und mit einem niedrigen sozialen Status ist wissenschaftlich nicht zu widerlegen. Also müssen wir die Wahrheit in den Augen schauen und sie ablehnen, um den ethischen Forderungen im beruflichen Leben Rechnung zu tragen?

Die Lösung ist nicht wertend:
Nein, nicht hoch- oder abwertend, sondern nicht wertend, so sollten wir vorgehen! Motivational Interviewing, vorgestellt im Vortrag „Motivational Interviewing bei Jugendlichen: Ist es geeignet bei Diabetes?“ von Dr. T. Meissner, bewegt den Patienten, sein Verhalten und Ziele selber zu evaluieren und zu verbessern, und induziert Gesundheitsförderung und Therapie-Adhärenz, die nicht durch Scham oder äußeren Druck dysfunktional motiviert oder umgestaltet worden sind.

„Die Liebe soll echt sein, nicht geheuchelt… einander Achtung zu erweisen“, die Worte von Apostel Paulus zu den Römern, zitiert ermutigend von Dr. Schorlemmer, sind auch heute der Stützpunkt unserer Bemühungen. Ja, die Mauer können wir dadurch zu Falle bringen.

Ruth Busari

Die Mauer – das psychosoziale Stigma

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