Diabetisches Fußsyndrom – Ziele spezialisierter Netze

Fußreflexzonen-Behandlung

Thieme Verlagsgruppe/Kirsten Oborny

Den typischen älteren Patienten mit Diabetes mellitus hat ein eingeschränktes Gangbild, mit (teil-)amputierten unteren Extremitäten, im fortgeschrittenen Fall ist er rollstuhlpflichtig. Genau wie Nieren- und Augenschäden zählen Polyneuropathie und Fußprobleme zu den chronischen Folgen der Volkskrankheit und zum Alltag eines Diabetologen oder Allgemeinmediziners. Spezialisierte Netzwerke, die verschiedene Berufsgruppen einer Region (Chirurgen, Podologen, Pflegedienste usw.) umfassen, nehmen sich diesem Problem an und grenzen sich zur Regelversorgung ab durch mehr Praktikabilität, Aktualität und Spezifität sowie regelmäßigen Austausch zwischen den einzelnen Netzen.

Stellvertretend berichtete Herr Dirk Hochlenert über die Institutionen in Nordrhein, Hamburg und Berlin, über deren Strukturen und den Ausbau solcher Netze.

Große Ziele aller stellen einerseits die Verkürzung der Wundheilungszeit als andererseits die Vermeidung von Amputationen dar, die für Betroffene als auch Angehörige höchst einschneidende und irreversible Ereignisse darstellen. Der Verlust eines Körperteils bedeutet einen Eingriff in die Integrität des Körperbildes und birgt das Risiko psychischer Beeinträchtigungen, von denen sich Betroffene unter Umständen nicht mehr vollständig erholen. Wenn man seinen Fuß oder gar sein ganzes Bein verliert, lohnt sich dann der ganze Aufwand mit dem Diabetes überhaupt noch? Hat man dann nicht auf irgendeine Art verloren? Will man denn seinen Angehörigen so zur Last fallen?

Die gute Nachricht: Seit Beginn der Spezialistennetze vor 13 Jahren konnte eine Reduktion der notwendigen Amputationen nahezu halbiert werden. Das lässt wieder hoffen.

Wichtig ist eine weitere Verbreitung, ein zunehmender Ausbau solcher Netze und die Integration aller Berufsgruppen, die mit Füßen und den zugehörigen Patienten zu tun haben – damit die Zahl der Amputationen und die Dauer der Wundheilung diabetischer Ulcera weiter reduziert werden kann. Dies könne zu einer Steigerung der Patientenzufriedenheit, zu einer größeren Compliance durch bessere Schulung und zu einer Minimierung von Folgekosten durch verbesserte Präventionsmaßnahmen beitragen.

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