Diabetes und Sport: Wenn die Gene nicht mitlaufen

Wie wichtig regelmäßige Bewegung für die erfolgreiche Prävention und Therapie von Diabetes ist, stellte bereits Olympiasieger Dieter Baumann in seiner Eröffnungsrede eindrucksvoll dar. Mit viel Witz und Enthusiasmus rief er eindringlich die Zuhörer zu mehr Bewegung im Alltag auf. Doch profitiert wirklich jeder gleichermaßen von der gesundheitsfördernden Wirkung von Sport, etwa durch eine langfristige Verbesserung der Insulinsensitivität?

Um diese Frage ging es in der Session „Diabetes und Sport: Molekulare und zelluläre Grundlagen“. Unter den Schlagwörtern „Responder“ und „Non-Responder“ beschrieb Cora Weigert aus Tübingen, wie unterschiedlich Personen auf dasselbe Trainingsprogramm reagieren. Während die meisten Probanden einer chronischen Bewegungsstudie eine erhöhte Insulinsensitivität und eine verbesserte Fitness aufwiesen, sprach ein Teil der Probanden nicht auf das Training an – die Insulinsensitivität blieb unverändert.

Wie die Gene die Trainierbarkeit beeinflussen

Die genauen molekularen Ursachen dieses Phänomens sind noch weitgehend ungeklärt, doch vieles spricht für eine genetische Prädisposition, die bestimmt, wie gut etwa unsere Muskelzellen auf Bewegung ansprechen. Beispielsweise konnten in Muskelbiopsien von zuvor untrainierten Versuchspersonen nach mehrwöchigem Training eine Reihe von Genen nachgewiesen werden, die unterschiedlich stark exprimiert wurden, abhängig von der Trainierbarkeit der Probanden. Je stärker der Trainingseffekt, desto höher etwa der Anteil der Gene, die für eine verstärkte Fettverbrennung im Muskel eine Rolle spielen. Cora Weigert wies vor allem auf das Gen TGFbeta-1 hin, welches möglicherweise an einer reduzierten Insulinsensitivität und somit schlechteren Trainierbarkeit beteiligt ist.

Das Phänomen der „Non-Responder“ sollte jedoch nicht als Ausrede genutzt werden, sportlicher Betätigung fernzubleiben. Regelmäßige Bewegung im Alltag ist und bleibt weiterhin eine wichtige und effektive Präventionsmaßnahme zur Verminderung des Diabetesrisikos.

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