Diabetes und Soziales: Was gibt es Neues?

Von Katrin Hirschmann

Im Update Diabetes und Soziales wurden die Themen Schwerbehinderung, Kostenübernahme Insulinpumpe/CGMS und Führerschein behandelt.

Den Schwerbehindertenausweis empfahl F. Petry mit einem klaren „JEIN“.  Wichtig zum Antrag ist eine genaue und je nach Bundesland enstprechend lange Dokumentation aller BZ-Wert und Insulingaben. Einen GdB von 50 gibt es ab mind. 4 Insulinjektionen UND der entschprechenden gravierender Beeinträchtigung in der Lebensführung. Die Vorteile sind u.a. ein gesonderter Kündigungsschutz und Steuerfreibeträge sowie 5 Tage Sonderurlaub. Nachteile können bei einem Wechsel des Arbeitsplatzes entstehen.

Beim Antrag auf die Kostenünbernahme von Insulinpumpen und CGMS/FGM kommt es ebenfalls auf eine ausführliche Blutzuckertagebuchdokumentation an. O. Ebert gab Ratschläge zur Formulierung der Anträge. So sollte immer explizit die medizinische Notwendigkeit der Verordnung beschrieben werden. Formulierungen wie „wäre günstig“ führen eher nicht zum Erfolg. Beim CGMS ist von Seiten der Politik nachwievor nicht geklärt, ob es sich um ein Hilfsmittel oder eine neue Untersuchungs- und Behandlungsmethode handelt. Die Entscheidung des iQWIG wird für nächste Woche erwartet.

Zum Thema Führerschein wird momentan in Zusammenarbeit mit anderen Gesellschaften wie der DGUM, DGVP und DGAM an einer Leitlinie gearbeitet, welche für Frühjahr 2016 erwartet wird. Generell dürfen alle Diabetiker ohne eine gestörte Hypoglykämiewahrnehmung ein Fahrzeug führen (auch Busse und LKW). In der Diskussion kam die Nachfrage, ob man beim Antrag der Fahrerlaubnis jeden Form des Diabetes angeben sollte. Die Empfehlung lautet, dass man auf keinen Fall die Unwahrheit angeben sollte. Je nach Angtragsformular wird nach Krankheiten gefragt oder nicht.

Zusammenfassend war das Update ein interessanter und vor allem praxisorientierter Überblick über die sozialmedizinischen Themen, die einem in der Praxis jeden Tag begegnen.

 

 

 

 

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