Diabetes und Sexualität

In seinem Vortrag über die erektile Dysfunktion erörterte Prof. Thomas Haak, Chefarzt an der Diabetes Klinik am Diabetes Zentrum Mergentheim, wie man seine Patienten unterstützen kann, wenn sich – bedingt durch Diabetes – Störungen ihrer Sexualfunktion entwickelt haben.

Im fortgeschrittenen Diabetes-Stadium kommt es in der Regel zu kleinen Schäden an Blutgefäßen und Nerven, was in einigen Fällen zu einer verringerten sexuellen Erregbarkeit führen kann. Betroffen sind dabei sowohl Männer als auch Frauen. Studien zufolge betrifft dieses Problem beispielsweise 46 Prozent aller Männer mit Diabetes Typ 2.

Es ist also ein Thema, dass sehr viele Patienten betrifft und daher eigentlich einen hohen Stellenwert besitzen sollte. Dennoch wird diese Problematik von Ärzten und Patienten oft nicht angesprochen, weil es mit Scham behaftet ist und manchmal einfach die Zeit fehlt, dieses längere und komplizierte Thema anzusprechen.

Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten, die man gemeinsam mit seinem Patienten erörtern sollte: Da gewisse Lebensstilfaktoren negative Auswirkungen auf die Sexualfunktion haben, sollte man eine Reduktion des Konsums von Alkohol und Zigaretten anstreben und natürlich die Diabetes-Kontrolle optimieren. Als medikamentöse Therapie gibt es die Wirkstoffe aus der Gruppe der PDE-5-Hemmer. Man sollte seine Patienten auch auf die Möglichkeit hinweisen, eine Vakuumpumpe zu testen, welche nach etwas Einarbeitung in die Handhabung einfach zu benutzen ist und von der gesetzlichen Krankenkasse gezahlt wird. Als sehr invasive Therapie gibt es noch die Penisprothese, die bedingt dadurch, dass eine Operation erforderlich ist, nur in spezialisierten Zentren durchgeführt wird und natürlich nicht für jeden Patienten geeignet ist.

Zwischen Tür und Angel lässt sich so etwas selbstverständlich nicht besprechen – ausreichend Zeit ist wichtig für dieses sensible Thema!

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