Diabetes und Depression – Ein klinisch relevantes Paar

Dass Patienten mit einem Diabetes häufiger an einer Depression erkranken, klingt auf den ersten Blick nicht überraschend.

Besonders die Diagnose eines Typ 1 Diabetes geht mit gravierenden Veränderungen des Alltags einher und stellt das Leben von heute auf morgen auf den Kopf. Dass es dadurch bei einigen Patienten zur Entwicklung einer Depression kommt, klingt verständlich.

Dass jedoch auch eine Depression zur Entstehung eines Diabetes führen kann, ist auf den ersten Blick nicht ganz so gut nachvollziehbar.

Eine neue Kooperationsstudie zwischen dem DDZ in Düsseldorf und der Diabetesakademie in Bad Mergentheim hat diesen Zusammenhang genauer untersucht:

Sowohl beim Diabetes als auch bei der Depression handelt es sich um Krankheiten, die eine entzündliche Komponente besitzen. Aktuell wird davon ausgegangen, dass die Entzündungsparameter, die bei Patienten, die an einer der beiden Erkrankungen leiden, pathologisch erhöht sind, die jeweils andere Erkrankung auslösen können.

Neue Studiendaten unterstreichen diese These und belegen, dass bei Patienten mit Typ-1 Diabetes die Entzündungsmarker CRP und IL-1RA positiv mit depressiven Symptomen korrelieren. Bei Patienten mit Typ-2 Diabetes wurden darüber hinaus sogar zusätzlich noch Assoziationen zwischen Interleukin-18, Adiponectin und depressiven Symptomen nachgewiesen.

Dieser Zusammenhang war vorher nicht klar und bietet nun potenziell alternative Ansätze für neue Behandlungsmöglichkeiten.

Vielleicht ist es somit in Zukunft möglich, durch eine gezielte antidepressive Therapie nicht nur die depressiven Symptome zu behandeln, sondern auch gleichzeitig  eine verbesserte Blutzuckereinstellung zu erreichen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.