Diabetes bei Kindern – Problem erkannt, Gefahr gebannt

„Was macht Lisa* da?“, fragte ich meine Mutter. „Sie misst ihren Blutzucker, Lisa hat Diabetes“, war ihre Antwort. Damals, im Alter von zehn Jahren, konnte ich nur schwerlich das Ausmaß der Folgen und Konsequenzen eines Diabetes überblicken.

Im Vortrag von Dr. Martin Holder, tätig als leitender Oberarzt am „Olgäle“ in Stuttgart, lernte ich mehr über Diagnosestellung und Therapieeinleitung bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes. In 95 Prozent der Fälle liegt ein Typ-1-Diabetes vor und es erstaunte mich zu hören, dass heutzutage immer mehr sehr junge Kinder erkranken. Eindeutige klinische Symptome sind ständiger Durst, häufiges Wasserlassen, Gewichtsabnahme und stetige Müdigkeit. Wichtig sind jedoch auch länger andauernde unspezifische Symptome wie unklarer Infekt, Leistungsknick und plötzliche Visusverschlechterung. Die Diagnose erfolgt durch die Anamnese und einen Blutzucker von über 200 mg/dL bei wiederholter Messung. HbA1c und diabetes-assoziierte Auto-Antikörper werden ebenfalls herangezogen. In den letzten Jahren fand eine Intensivierung der Insulintherapie statt, welche der Prävention von Folgeerkrankungen dient. Insulinpumpen bieten besonders Kindern Vorteile, denn sie haben eine größere Flexibilität, messen kontinuierlich Glucosewerte und vermeiden Essverhaltensstörungen. Besonders bemerkenswert ist, dass der Einsatz von Insulinpumpen zu einer geringeren Rate von schweren Hypoglykämien, Ketoazidosen und zu niedrigeren HbA1c-Werten führt.

Die wichtigste Botschaft dieses Vortrags lautet, dass Diabetes so schnell wie möglich erkannt und behandelt werden muss zur Vermeidung sowohl akuter als auch längerfristiger Schäden.

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