DFS – was ist neu? Oder besser alles beim Alten?

In der Vortragsreihe über das diabetische Fußsyndrom wurde schnell klar, dass es bzgl. der Versorgung des diabetischen Fußsyndromes nur wenig neues gibt. Es wurde insgesamt vielmehr auf Verbesserungsmöglichkeiten der bestehenden Therapie sowie auf Schwierigkeiten in der Patientenführung von Patienten mit diesem Krankheitsbild eingegangen.

Fotolia/Johanna Mühlbauer

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Zunächst wurde die ökonomische Wichtigkeit des Themas erläutert. Das Fußsyndrom ist ein erheblicher Kostenfaktor für die Gesellschaft, wenn man an die Folgekosten der Erkrankung denkt. Eine Präventionsstragie ist die Bildung von speziellen Fußzentren die über eine adäquate Abrechenbarkeit der Behandlungen in der Lage sind, diese Folgekosten einzudämmen. Dies ist auch in Form eines Rückgangs der Minor- und Majoramputationen im Rahmen der Einführung zertifizierter Zentren messbar.

Als Neuerung in der Therapie könnten die supramodernen Wundauflagen in der Wundversorgung angeführt werden. Erfreulicherweise wurde jedoch in den Vorträgen darauf hingewiesen, dass in der Wundversorgung alles, was über einige Grundsätze in der Wundversorgung hinausgeht (Exsudatmanagement, Komfort, Kosten) mehr oder weniger eine „Spielerei“ der Pharmaindustrie darstellt.

Einen großen Anteil der Darstellungen  nahm auch die Beschreibung der Problematik der Patientencompliance ein. Hier wurde darauf verwiesen, dass es eine erhebliche Diskrepanz zwischen „Wissen“ und „Umsetzung“ gibt. Es wurde hier auf eine oft unterschätzte Sache hingewiesen. Ein Leben mit neuropathischen Extremitäten ist für uns Therapeuten nur schwer vorstellbar. Dies sollte in der Kommunikation mit den Patienten bedacht werden (Schuldzuweisung). Durch einige unserer Maßnahmen werden die Patienten aus ihrem sozialen Umfeld isoliert, was zu einer Verschlechterung der Gesamtsituation für den Patienten bedeutet.

Zusammenfassend ist mit dem Titel dieses Blogs bereits alles gesagt. Wirklich Neues gibt es in der Therapie nicht. Es geht vielmehr um eine Optimiterung bestehender Ansätze und vor allem um eine patientengerechtere Kommunikation.

 

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