Der endlose Kreislauf des Gestationsdiabetes

H.Hauner: Übermäßige Gewichtszunahme in der Schwangerschaft-Beudeutung bei Adipositas, Typ-1- und Typ-2-Diabetes

Ein wichtiges Thema beim diesjährigen Diabetes Kongress war die korrekte Gewichtszunahme während der Schwangerschaft, Gestationsdiabetes und die Frage, ob eine frühe Intervention schon während der Schwangerschaft einen möglichen lebenslangen Nutzen für Mutter und Kind hätte.

Um eine optimale Gewichtszunahme bei Schwangeren festzulegen, veröffentlichte das Institut für Medizin (Institute of Medicine, IOM) 2009 Empfehlungen, die kategorisch auf dem präkonzeptionellen Body-Mass-Index (BMI) in der Vorschwangerschaftszeit basieren.

Vor allem übergewichtige Frauen nehmen immer mehr Gewicht während der Schwangerschaft zu. 57,7% der adipösen Frauen liegen mit ihrer Gewichtszunahme während der Schwangerschaft deutlich über den IOM-Empfehlungen (Ferrari et al. 2014). Hier stellt sich nun auch die Frage, ob solche Frauen mit Intervention eine geregeltere Gewichtszunahme aufgewiesen hätten. Dazu findet man leider nur moderate Antworten in Interventionsstudien, wie zum Beispiel der GeLiS-Studie.

Wie wir wissen, tritt Gestationsdiabetes erst ab der 24 – 28 SSW auf, bzw. ist ab diesem Zeitpunkt diagnostizierbar. Doch was passiert davor? Viele Schwangere nehmen im ersten Trimester deutlich zu viel zu und steigern somit ihr GDM-Erkrankungsrisiko. H. Hauner spricht in seinem Vortrag auch von dem Konzept der fötalen Programmierung. Darunter versteht man die Hypothese, dass ungünstige Einflüsse in der Fötalperiode und in der frühen Kindheit ein erhöhtes Risiko für chronische Krankheiten im Erwachsenenalter zur Folge haben. Allerdings ist die Evidenz beim Menschen sehr begrenzt.

Dies heißt dann wohl, dass die mütterliche Fehl-/ und Überernährung vor und während der Schwangerschaft zu einer fötalen Überernährung führt, was wiederum gehäuft in Makrosomie-Babys oder Geburtskomplikationen resultiert. Diese Kinder haben in ihrem weiteren Leben ein erhöhtes Adipositas- und Diabetesrisiko und dieser Teufelskreislauf kann sich im adipösen Erwachsenenalter bei einer eigenen Schwangerschaft wieder schließen. 

Vanessa Hartmann

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