Der Arzt als Auslaufmodell? Tim und DINA: eHealth im Alltag der Zukunft

Braucht es uns Ärzte in der Zukunft überhaupt noch? Oder sind uns digitale Algorithmen vielleicht doch überlegen? In seiner Eröffnungsrede des diesjährigen DDG Kongresses in Berlin präsentierte Professor Bertram Häussler vom IGES Institut einen möglichen Ausblick für das Gesundheitswesen im Jahr 2037 – und eins vorweg, künstliche Intelligenz wird diesem Szenario zufolge Ärzte nicht in die Bedeutungslosigkeit verdrängt haben und auch ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht wird weiterhin möglich sein.

Unser Gedankenexperiment beginnt im Jahr 2032. Zu dieser Zeit wird der Gesundheitsservice DINA gestartet, ein personifizierter, digitaler Avatar, ausgestattet mit künstlicher Intelligenz. DINA ist es möglich, auf die digitale Gesundheitskarte zurückzugreifen, sofern der Inhaber der Karte seine Zustimmung dazu erteilt.

Wir springen ins Jahr 2037. DINA wird mittlerweile in vielen Haushalten verwendet und kann sowohl über Bildschirme als auch smarte Spiegel projiziert und befragt werden. Eine Zahnbürste kann am Morgen auf Wunsch die Metaboliten des Speichels des Nutzers – in unserem Beispiel ein junger Herr namens Tim – analysieren, um eine äußerst schnelle und alltagsnahe Analytik zu ermöglichen. DINA fungiert hierbei vor allem auch als Coach und versucht das Gesundheitsbewusstsein anhand dieser genauen Analysen zu steigern. Datenspeicherung und Datenverwendung müssen bei jedem Zugriff auf die elektronische Gesundheitskarte autorisiert werden – dieses Shared Decision-Making hat wiederum die Gesundheitskompetenz der Nutzer gestärkt. Smarte Geräte wie Wearables werden problemlos in das digitale System integriert und können für aufwendige Big Data Analysen benutzt werden. Aber natürlich benötigen Menschen auch in 19 Jahren den direkten Kontakt zu Ärzten, was sowohl über Telemedizin als auch Gespräche von Angesicht zu Angesicht möglich sein wird.

Was bringt uns also solch ein Coach wie DINA? Professor Häussler betont, dass DINA natürlich den Vorteil habe, ständig verfügbar zu sein und durch intelligente Algorithmen schnelle und genaue Analysen durchführen zu können. Die Personifizierung und der Einbezug des Nutzers befördere zudem das Empowerment.

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