DDG Herbsttagung 2019 – Mitten im Leben, offen für die Zukunft!

Vom 8. bis 9. November fand die 13. Herbsttagung der DDG in der wunderschönen Messestadt Leipzig statt.
Als Stipendiat hatte ich die Möglichkeit, nicht nur an unzähligen hochinteressanten Symposien über die aktuellsten Forschungsgebiete der Diabetologie teilzunehmen, sondern wir Stipendiaten und Stipendiatinnen wurden zudem durch sehr erfahrene Mentoren und Mentorinnen betreut, welche mit uns interessante Fragestellungen der Diabetologie aufarbeiteten. So wurde z.B. die medikamentöse Therapie bei Typ-2-Diabetes mit den stark an Bedeutung gewonnen SGLT-2 Inhibitoren, verschiedene Ernährungsformen mit all ihren Vor- und Nachteilen, aber auch gesundheitspolitische Themen wie die Versorgung von Patienten mit Diabetes im niedergelassenen Bereich besprochen und in der Gruppe diskutiert.

Ein Thema der diesjährigen DDG Herbsttagung hat mich jedoch besonders interessiert – der „Closed Loop“. Dabei handelt es sich um ein Do-it-yourself System, mit welchem Patienten mit Typ-1 Diabetes einen geschlossenen Kreislauf zwischen ihrer Insulinpumpe und ihrem CGM schaffen. So sollen durch Kommunikation zwischen den beiden Systemen und einem Algorithmus möglichst physiologische Blutzuckerwerte erreicht werden.

Der Fortschritt in diesem Bereich ist immens und so war die DDG diesem Thema auch sehr offen gegenüber und veranstaltete ein Symposium dazu, wobei verschiedenste Bereiche beleuchtet und diskutiert wurden:
Zuerst berichtete ein Betroffener von seinen sehr positiven Erfahrungen mit dem Closed Loop, gefolgt von einem Juristen, welcher auf Medizinrecht spezialisiert war – dabei wurde vor allem auf die rechtliche Situation eingegangen, mit dem Ergebnis, dass es hierzu noch keine eindeutige Gesetzeslage gibt. Eine Diabetesberaterin, selbst Looperin, berichtete vom praktischen Umgang mit Patienten, die loopen oder daran interessiert sind. Abschließend nahm ein Diabetologe Stellung zu diesem Thema und beleuchtete die Chancen und Risiken dieses Bereichs für die Versorgung von gut geschulten Typ-1 Diabetikerin.

Der gemeinsame Konsens aller Beteiligten war hierbei, dass man dieser Bewegung offen gegenübertreten und den Kontakt bzw. die Betreuung von loopenden Patienten nicht scheuen sollte. Dem stimmte auch Prof. Dr. med. Müller-Wieland im Namen der DDG zu. Er betonte nochmals den rechtlichen Rahmen, aber erklärte auch, die DDG sei bereit und offen für die Zukunft!

Insgesamt lässt sich die DDG Herbsttagung nur mit einem Gesamturteil „hervorragend“ benoten und ich freue mich auf den nächsten Kongress.

Sebastian Bentheimer

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