Darf da noch mehr Salz ran?

„Darf da noch mehr Salz ran oder werden wir alle krank durch zu viel Salz?“ Diese Frage beschäftigte auch alle Anwesenden beim Symposium „Salz – Fakten und Irrtümer“, in dem Herr Hoyer und Herr Unger diskutierten, ob die Empfehlung einer Salzrestriktion wirklich sinnvoll ist.

Herr Unger, der gegen eine Limitierung der Salzzufuhr ist, argumentierte in vielerlei Richtungen. Es sei zwar richtig, dass eine Verminderung der NaCl Zufuhr von 1g/Tag zur Senkung des Blutdrucks um 1mmHg systolisch führt, jedoch könne man dadurch nicht begründen, dass weniger Salz zu mehr Ereignisfreiheit führt, da kein kausaler Zusammenhang besteht. Außerdem könne durch eine drastische Kochsalzreduktion, wie zum Beispiel in den USA empfohlen, nicht nur die Lebensqualität erheblich eingeschränkt werden, sondern das kardiovaskuläre Risiko sogar ansteigen.

Herr Hoyer sprach sich hingegen für eine Empfehlung der Salzreduktion aus, da diese den Blutdruck senken würde und gleichzeitig die Wirkung der Antihypertensiva bei niedriger Salzzufuhr steigen würde. Es sei bewiesen, dass die Senkung des Blutdrucks zu einer Senkung der Mortalität und Morbidität führt.

Am Ende einer hitzigen und gleichzeitig sehr lehrreichen Debatte waren sich alle einig, dass es wichtig ist, dass man individuell auf die Patienten eingeht. Eine flächendeckende Empfehlung, den Salzkonsum zu limitieren, ist genauso wenig zu empfehlen wie leckere Köstlichkeiten zu versalzen.

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