Ein neuer Nachwuchstag – zwischen Tür und Angel

Sowohl in der Einführungsveranstaltung des Diabetes Kongresses, als auch auf der Mitgliederveranstaltung wies Herr Prof. Müller-Wieland zu unserer großen Freude auf den gelungenen Nachwuchstag in Aachen hin, den die AG Nachwuchs mit viel Unterstützung von DDG und DZD organisieren durfte.

Aber dann: Die DDG hätte nach dem erfolgreichen Pilotprojekt in Aachen gerne ähnliche Veranstaltungen – „am besten zusätzlich im Norden, Süden und Osten des Landes“ – und das nicht als Ziel für die nächsten Jahre, sondern im best case jedes Jahr. 

Weiterlesen

Ein Herz für die Diabetologie – Vielfalt (Er)leben

Präzisionsmedizin und individualisierte Medizin werden heute großgeschrieben. Klar bleibt jedoch, dass individualisierte Medizin nur dann existieren kann, wenn hierfür interdisziplinär Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dazu gehört nicht nur das Eingeständnis, dass man andere Fachdisziplinen braucht, sondern auch ein ständiger Realitätscheck: Medizin fließt, ist keine Einbahnstraße und zwischen ihr und der Wissenschaft stehen manchmal unsere eigene Biases. All diese Punkte waren beim diesjährigen Diabetes-Kongress der DDG präsent: Die Devise “Diabetologie ist ein jung gebliebenes und vielfältiges altes Fach” zog sich durch die gesamte Veranstaltung.

Weiterlesen

Eine neue Dimension der Diabetes-Forschung

In Zeiten der künstlichen Intelligenz (KI), dem Internet of Things und Big Data verschmilzt auch die Medizin immer mehr mit der Digitalisierung. Im Rahmen des Symposiums „Innovative Diabetesforschung und zukunftsfähige Versorgung – Diabetologie 4.0?!“ wurde versucht dieser Entwicklung mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Durch riesige Datenbanken in Kombination mit Algorithmen wäre es besser möglich einen sogenannten „pre-disease state“ bei Diabetes mellitus molekular zu identifizieren und genau hier zu intervenieren; ein unglaublicher Benefit sowohl für PatientInnen, als auch das Gesundheitssystem, welches aufgrund der stark steigenden Inzidenz dieser Erkrankung vor immer mehr Herausforderungen gestellt wird.

Weiterlesen

Clinical evidence and experimental proof of mitochondrial dysfunction in diabetic nephropathy

Prof. Isermann elucidated in his talk “Cellular mechanisms: role of mitochondria in the diabetic nephropathy” the evidence of mitochondrial dysfunction in diabetic nephropathy. In a recent human study, genome-wide compartment-specific gene expression profiling and quantitative morphometric analysis of kidney biopsies from 49 Pima Indians with diabetes type 2 and early diabetic kidney disease, showed a link between transcriptional dysregulation and ultrastructural lesions in the diabetic kidney. Tubule-interstitial damage correlated with transcription factors that were enriched for pathways associated with mitochondrial dysfunction. In an experimental mouse model could be already shown in vivo enhanced mitochondrial reactive oxygen species in diabetic nephropathy using a GFP-modified sensor. Although considerate evidence on the mechanisms how hyperglycemia- induced mitochondrial reactive oxygen species participate in the diabetic complications, the translation of this knowledge into therapeutic approaches has failed to show robust responses in delaying or preventing diabetic nephropathy. This might be attributed to the multiple facets of mitochondrial dysfunction in diabetes apart from the production of reactive oxygen species. One important finding in the last years was the functional link observed between mitochondria and endoplasmic reticulum. Moreover, a study from last year showed evidence of fragmented mitochondria in renal tubular injuries in human diabetic nephropathy as well as a correlation between the fragmentation of mitochondria and the tubular damage. Better understanding of the multidimensional role of mitochondria in diabetic late complication could help in the future for the development of novel therapeutics targets.

Weiterlesen

Prädiabetes mit Darmbakterien behandeln?

Unsere Ernährung spielt eine entscheidende Rolle in der Entstehung von Adipositas und Typ-2-Diabetes als mögliche Folgeerkrankung. Beide Erkrankungen gehen mit einer chronischen, niedrigschwelligen Entzündung einher. Doch welchen Einfluss haben unsere Darmbakterien auf diesen pathologischen Prozess?

Diese interessante Frage adressierte Prof Dr. Laudes vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in seinem Vortrag „Microbiota als Determinanten von Inflammation und kardiometabolischem Risiko“ und berichtete von seinen eindrucksvollen Studienergebnissen.

Weiterlesen

Basecap – das neue Erfolgsrezept?

Zum 55-jährigen Bestehen der DDG war der Unterhaltungswert der Eröffnungsveranstaltung durch den erfrischenden Vortrag von Dr. Ijad Madisch kaum zu übertreffen, in dem er von seiner „verrückten Idee bis hin zu einer bahnbrechenden Technologie“ referierte. Der Mediziner und promovierte Virologe darf sich zusätzlich als Mitgründer des Berliner Start-ups „ResearchGate“, einer Art sozialen Netzwerks für Forscher aus allen Wissenschaftsbereichen bezeichnen. Ijad Madisch prangert an, dass momentan nur ein Bruchteil der gesamten Forschungsergebnisse in Fachjournalen veröffentlicht wird – der sogenannte Publikationsbias schlägt hier zugrunde. Indem bevorzugt „positive“ beziehungsweise signifikante Ergebnisse veröffentlicht werden, wohingegen nicht-signifikante Ergebnisse in den Schubladen der Forschungsinstitute verbleiben, entsteht eine verzerrte Darstellung der Datenlage. Genau diese Erkenntnisse oder missglückten Experimente möchte der gebürtige Wolfsburger auf seiner Plattform, die auch als „Facebook der Wissenschaft“ tituliert wird, bereitstellen, damit keine Fehler mehrfach gemacht werden und Durchbrüche in der Wissenschaft gemeinsam schneller erreicht werden können.

Besonders beeindruckend habe ich das unkonventionelle Auftreten des Unternehmers empfunden, das er unberührt von seinem Gegenüber in scheinbar allen Situationen beibehält. So sorgte ein 20018 entstandenes Foto für Furore, welches Ihn mit Angela Merkel und weiteren Experten des Digitalrates der deutschen Bunderegierung, zu welchem er sich ebenfalls zählen darf, in Superman-Cap, kurzer Hose und Sneakers abbildet. Vermutlich hat auch diese lockere Art, neben seinem visionären Denken seine Dienste geleistet, als er Bill Gates als Investor mit an Bord von „ResearchGate“ holen konnte, welches inzwischen über 15 Millionen Mitglieder verzeichnen kann.

Die Organisatoren haben meiner Meinung nach eine gute Wahl für den Eröffnungsvortrag getroffen, da die DDG und „ResearchGate“ durch den gemeinsamen Leitgedanken der Vernetzung von Wissenschaftlern verbunden sind.

Julia Hummel

Diabetes Kongress 2019 – Doch nur eine Typ-Frage?

Der von der DDG jährlich stattfindende Diabetes-Kongress, stellte für mich meine erste aktive Teilnahme an einem Kongress dar: hier leistete ich mit einer Posterpräsentation einen Beitrag zum Kongressprogramm. Als junge Wissenschaftlerin bin ich durch solche Veranstaltungen kontinuierlich neuen Herausforderungen gestellt. Daher half mir das Stipendiatenprogramm einen Überblick über das vielseitige Programm zu erhalten und die Teilnahme so lehrreich wie möglich zu gestalten. Beim „Nachwuchs für Nachwuchs“-Programm teilten MentorInnen ihre persönlichen Programm-Empfehlungen mit uns, wovon die Paul-Langerhans-Vorlesung mit stattfindender Preisverleihung besonders hervorgehoben wurde. 

Weiterlesen

Posterpräsentation: Mutter und Kind – und Vater?

Bei den Posterpräsentationen wurden in diesem Jahr wieder zahlreiche interessante Forschungsergebnisse von Medizinern und Wissenschaftlern vorgestellt und diskutiert. Gerade das Thema „Mutter und Kind“ ist aus vielfältigen Perspektiven beleuchtet worden. Vor allem die Poster von Frau Füeßl (Klinikum der Universität München, LMU), Frau Fritsche (Universitätsklinikum Tübingen) und Frau Eberle (Hochschule Fulda) sind mir im Gedächtnis geblieben.

Frau Füeßl stellte in der Arbeit zum Thema „No negative effect of an additional pregnancy on glucose metabolism in women with previous gestational diabetes mellitus“ die Mutter in den Fokus. Hierbei wurden Auswirkungen auf den Glukosemetabolismus durch eine Folgeschwangerschaft bei Frauen mit vorherigem Gestationsdiabetes (GDM), im Vergleich zu Frauen ohne weitere Schwangerschaft, in Form einer Nested Case-Control-Study mit Probandinnen aus der PPSDiab Kohorte untersucht. Eine weitere Schwangerschaft nach GDM zeigte in dieser Untersuchung keine negativen Effekte für den Glukosemetabolismus, was betroffene Frauen durchaus ermutigen kann.

Um die Kinder ging es bei der vorgestellten Arbeit von Frau Fritsche: „Die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft aber nicht GDM assoziiert mit einer veränderten Herzratenvariabilität bei 2-jährigen Kindern“. Die Herzratenvariabilität, welche Auskunft über die Aktivität des autonomen Nervensystems gibt, wurde hier bei 2-jährigen Kindern von Müttern aus der „Deutschen Gestationsdiabetes Studie“ untersucht. Die Gewichtszunahme der Mutter in der Schwangerschaft war assoziiert mit Veränderungen der Herzratenvariabilität der Kinder, eine Assoziation mit GDM zeigte sich allerdings nicht. Dies ist interessant, da in früheren Arbeiten gezeigt wurde, dass die Herzratenvariabilität des Fötus durch einen GDM beeinflusst wird.

Die metabolische Entwicklung eines Kindes wird von verschiedensten präkonzeptionellen Faktoren beeinflusst – sowohl von maternaler und aber auch von paternaler Seite. Wo doch häufig Mutter und Kind im Fokus stehen, kam bei Frau Eberle auch der Einfluss des Vaters nicht zu kurz. Sie stellte die Forschungsarbeit zum Thema „Paternale Programmierung: Präkonzeptionelle Risikofaktoren in Bezug auf das Diabetes-Risiko der Nachkommen“ vor.
In den empirischen Analysen epidemiologischer Studien zeigte sich eine Assoziation der paternalen Ernährung und eines gesteigerten Diabetesrisikos des Kindes. Eine präkonzeptionelle paternale High-Fat-Diet (pHFD), aber auch eine paternale Unterernährung zeigten diese Assoziation.

Die Teilnahme an der diesjährigen Posterpräsentation bot für mich einen umfangreichen Überblick in die aktuellen Themen der Diabetologie und die Zusammenhänge von Eltern und Kindern. Sie macht neugierig auf das nächste Jahr und die weitere Forschung in dieser Richtung.

Stefanie Kern

Socializen !?!

pannende Gespräche
Ohne Scheu, ohne Stress
Chancen nutzen
Innovative Ideen entwickeln
Austausch von Erkenntnissen
Lebenserfahrung teilen
Interessen stärken
Zusammenarbeit fördern
Expertenwissen erhalten
achfragen erlaubt

„Socializen“ – Eine neue Volkskrankheit?! Oh nein! Wenn dann eher als ein „neues Medikament und Therapieoption“ gegen die Volkskrankheit Diabetes zu sehen!

Die Bedeutung von „Socializen“ wurde mir auf dem diesjährigen DDG-Kongress in Berlin klar. Ich habe effektiv selbst daran teilgenommen und sehr positive Erfahrungen gemacht. „Socializen“ bedeutet heutzutage, dass man mit Menschen ins Gespräch kommt, die Gesellschaft sucht und sich austauscht.

Weiterlesen

Sport fördert die Glukoseaufnahme in den Muskel – aber wie?

Vortrag: Sport und die Glukoseaufnahme in den Muskel von Maximilian Kleinert Ph.D.

Es ist lange bekannt, dass Sport einen positiven Einfluss auf den Glukosestoffwechsel des Körpers hat. Ca. 80% der vom Körper aufgenommenen Glukose wird vom Muskelgewebe aufgenommen. Nach Zuckeraufnahme schüttet der Körper Insulin aus, welches wiederum in der Muskelzelle den vermehrten Einbau von GLUT4-Transporter in die Zellmembran fördert. Über diesen Transporter kann Glukose vom Blutstrom in die Muskelzelle wandern. Aufgrund der Insulinresistenz ist die muskuläre Glukoseaufnahme bei Patienten mit Diabetes signifikant verringert.

Welche Rolle spielt nun der Sport?
Es ist bekannt, dass durch Sport die Translokation des GLUT4-Rezeptors und auch die Glukoseaufnahme in den Muskel gesteigert werden kann. Dieser Effekt ist unabhängig von Insulin – d.h. es gilt sowohl für Gesunde, als auch für Patienten mit Diabetes.

Ein Forschungsziel der Arbeitsgruppe von Herrn Dr. Kleinert ist herauszufinden, wie die sportinduzierte Glukoseaufnahme reguliert wird. Da sowohl Insulin, als auch Sport schnell die Glukoseaufnahme in den Muskel fördern, konzentriert sich die AG vorwiegend auf schnell ablaufende posttranslationale Mechanismen, insbesondere auf Phosphorylierungen (Humphrey et al. Trends Endocrinol Metabol 2015)

In einer globalen Phosphoproteomanalyse des menschlichen Skeletts konnte gezeigt werden, dass durch Sport über 1.000 regulierte Phosphorylierungen stattfinden, 90% davon waren vorher nicht bekannt (Hoffman et al. Cell Metab 2015).

Dies ist ein erstaunliches Ergebnis, welches aufzeigt, dass es hinsichtlich molekularer Stoffwechselpathomechanismen noch sehr viel zu entdecken gibt und wir uns in der Zukunft auf weitere spannende Erkenntnisse freuen dürfen.

Ramin Rohkzan