Grünes Licht für gesunde Ernährung?!

Es ist allseits bekannt, dass die Flut an Diabetes größten Teils dem ständigen Überangebot an Nahrung geschuldet ist. Die Wahrnehmung hat sich in den letzten Jahren deutlich gebessert, doch noch immer gibt es keine eindeutige Kennzeichnung ungesunder Lebensmittel und das erlaubt weiterhin viele Schlupflöcher für Zuckerfallen. Barbara Bitzer gab auf dem Deutschen Diabetes Kongress einen erschreckend interessanten Einblick in die aktuelle Ernährungspolitik. Um gezielt gesunde Ernährung umzusetzen, werden in vielen Ländern Nährwertkennzeichnungen eingeführt, wie z.B. der Nutri-Score.

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Diabetes Typ 2 – Heilbar durch Ernährung?

Als Teil der Session „Curing diabetes – dream or reality“ hielt der Brite Roy Taylor einen Vortrag zum Thema „Diet as a cure of type 2 diabetes – lessons from the DiRECT Study“.
Bei dieser Studie nahmen 298 PatientInnen mit Typ 2 Diabetes aus 49 verschiedenen Praxen teil. Die ProbandInnen waren zwischen 20 und 65 Jahre alt, hatten einen BMI von 27-45kg/m² und ihre Diabetesdiagnose lag nicht länger als 6 Jahre zurück. DiRECT steht in dieser Studie für Diabetes Remission Clinical Trial. Roy Taylor und sein Team teilten die PatientInnen in zwei Gruppen: eine Gruppe mit 149 Personen, die über mehrere Monate eine Ernährungsintervention durchführte, um Gewicht zu verlieren, eine Kontrollgruppe mit ebenso 149 Personen erhielt eine herkömmliche leitliniengemäße Verabreichung von Antidiabetika.
Die „Interventionsgruppe“ erhielt über einen Zeitraum von 3-5 Monaten ~800kcal/Tag mittels einer Formuladiät. Darauf folgte innerhalb von 2-8 Wochen ein Wiedereinstieg in feste Nahrung. Während der gesamten Zeit wurde keine Einnahme von Antidiabetika vorgenommen. Die PatientInnen erhielten über einen Zeitraum von 12 Monaten eine fachgerechte Ernährungsberatung, damit sie ihren Gewichtsverlust halten konnten. Bereits nach 7 Tagen zeigte sich ein 30%iger Abfall von Leberfett, was eine Normalisierung der Insulinsensitivität der Leber zur Folge hatte. Nach mehr als 8 Wochen zeigte sich ein sukzessiver Abfall von Pankreasfett und somit eine Wiederherstellung der Insulinantwort.
Die Gewichtsreduktion der Personen, die einer Ernährungsintervention unterzogen wurden, betrug nach 12 Monaten bei 24% der ProbandInnen min. 15 Kilogramm des Körpergewichts. Der durchschnittliche Gewichtsabfall lag bei 10 Kilogramm. Die Kontrollgruppe nahm lediglich ein Kilogramm ab.
Aber nicht nur die Gewichtsreduktion war höher. Der Hba1c der Interventionsgruppe war im Mittel besser, als der in der Kontrollgruppe. Außerdem beschrieben die Personen, die ihre Ernährung umstellten einen Anstieg der Lebensqualität, im Vergleich dazu verschlechterte sich die Lebensqualität für die Personen der Kontrollgruppe, die lediglich Medikamente erhielten.
Remission des Diabetes bedeutet definitionsgemäß, dass die Probanden über min. ein Jahr normoglykämische Blutzuckerwerte haben mussten – ohne die Einnahme von Antidiabetika. Die Heilung eines Diabetes wäre erreicht, wenn der Patient über min. 5 Jahre normale Blutzuckerwerte hätte.
Nach 24 Monaten wurden die ProbandInnen erneut untersucht. Bei den Personen, die weniger als 5kg an Körpergewicht verloren hatten, erlangten lediglich 5% eine Remission. Bei einer Abnahme von 5-10 kg stieg die Remissionsrate bereits auf 29%. 60% Remission wurde erreicht, wenn die Personen zwischen 10 und 15kg an Gewicht verloren. Eine Remission gelang bei 70%, wenn mehr als 15kg abgenommen wurde.
Die Personen, die ihr abgenommenes Gewicht weiterhin halten konnten, blieben weiterhin in Remission, obwohl sie wieder anfingen „normal“ zu essen. Sobald die Probanden jedoch wieder das Anfangsgewicht hatten, waren auch die Blutzuckerwerte nicht mehr im Normbereich.
Diese Studie ist ein eindrucksvolles Beispiel wie wichtig es ist, dass Patienten mit Typ 2 Diabetes geholfen wird eine Lebensstilintervention durchzuführen, Gewicht abzunehmen und dieses dann auch zu halten.

Katharina Lang

Prädiabetes mit Darmbakterien behandeln?

Unsere Ernährung spielt eine entscheidende Rolle in der Entstehung von Adipositas und Typ-2-Diabetes als mögliche Folgeerkrankung. Beide Erkrankungen gehen mit einer chronischen, niedrigschwelligen Entzündung einher. Doch welchen Einfluss haben unsere Darmbakterien auf diesen pathologischen Prozess?

Diese interessante Frage adressierte Prof Dr. Laudes vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in seinem Vortrag „Microbiota als Determinanten von Inflammation und kardiometabolischem Risiko“ und berichtete von seinen eindrucksvollen Studienergebnissen.

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Nutzen populärer Diäten für Typ-2 Diabetiker

In Zeiten, in denen bei vielen Menschen Ernährungsratgeber über die Art und Häufigkeit der täglichen Nahrungsaufnahme mitentscheiden, war ich interessiert, inwiefern es gerade für Typ-2-Diabetiker mit Adipositas von Vorteil ist, sich der einen oder anderen dieser Kostformen anzuschließen. Der Vortrag von Prof. Dr. Anette Buyken versprach über den Sinn oder Unsinn dessen Aufschluss zu geben. Wie allerdings ist „sinnvoll“ in diesem Zusammenhang zu definieren? Prof. Buyken stellte dazu zunächst drei Hauptkriterien auf: 1. erfolgreiche Gewichtsreduktion, 2. Gewichtserhalt, 3. Verbesserung der Stoffwechseleinstellung bei Typ-2-Diabetes bis hin zur Remission.

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Gewichtsreduktion bei Adipositas durch einen Wirkstoff aus traditioneller chinesischer Arzneipflanze

Zum Thema „Adipositas“, als einer der Hauptrisikofaktoren für Typ-2-Diabetes mellitus, gab es viele Beiträge und Diskussionen auf dem Diabetes-Kongress in Berlin.

In der Session „Neue Mechanismen für die Prävention und Therapie des Diabetes“ sprach Dr. Paul Pfluger über die Rolle des Sättigungshormons Leptin und Leptin-Sensitizer in der Adipositas-Therapie.

Nach einer kurzen Einführung über die Funktion von Leptin in der Regulation der Nahrungsaufnahme erläuterte er den Begriff der Leptinresistenz. Diesen definierte er als Funktionsmangel von exogen zugeführtem Leptin, da die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen kontrovers und noch nicht eindeutig geklärt sind.

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Kaffee – Unser ständiger Begleiter?

Die Ernährung gilt als modifizierbarer Risikofaktor für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes. Entsprechende diätische Interventionen können bekanntermaßen zu einer Verbesserung des Krankheitsverlaufes führen, indem das Körpergewicht reduziert wird.

Allerdings stellt sich natürlich die Frage, was eine diabetesgerechte Ernährung wiederspiegelt. Welche Lebensmittel wirken sich protektiv auf den Stoffwechsel aus und welche sollte man lieber in Maßen genießen oder sogar lieber meiden? Und wie gesund ist das Lieblingsgetränk vieler Deutscher? Schließlich zählt Kaffee zu den am häufigsten konsumierten Getränken. Weltweit werden pro Tag 3 Millionen Tassen an Kaffee verzehrt. Ist es ratsam diesen Kaffeekonsum einzuschränken?

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Du bist, was du isst? Alles eine Frage der Compliance!

Du bist, was du isst? – Doch welche Ernährungsform ist individuell auch wirklich umsetzbar? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Ernährungswissenschaftler Stefan Kabisch auf dem diesjährigen DDG-Kongress.

Die Compliance, also die Therapiemitwirkung des Patienten, ist selten „binar“. In den wenigsten Fällen ist sie also vollkommen perfekt oder absolut fehlend, vielmehr kann man die Compliance als Kontinuum von verschiedenen Spektren sehen. In manchen Unterpunkten der medizinischen Therapie kann die Compliance des Patienten sehr gut sein, in anderen eher mangelhaft. Auch die Umsetzung von Diätkonzepten ist manchmal nur schwer messbar und abzuschätzen. Anhand einiger Parameter kann man die Therapiemitwirkung grob messen, wie durch Ernährungsprotokolle oder den Gewichtsverlauf. Doch welche Faktoren die Compliance genau beeinflussen, ist weiterhin nicht vollständig geklärt. Als wichtige Beobachtung kann die Drop out rate dienen, da sie leicht messbar ist und in vielen Studien publiziert wurde.

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Can we treat type 2 diabetes by losing body weight?

Roy Taylor, Professor of Medicine and Metabolism, has been shown that type 2 diabetes is a reversible condition. After several humans study in which a very low-calorie diet was supplied, he concludes that type 2 diabetes is curable. The “sugar disease” can be treated by the simple fact of losing weight, driving by a reduction in body fat. Now the question is which role does body fat play in glucose homeostasis?

The importance of liver fat content

When we see people, we just see how they look like on the outside, but we cannot imagine how much fat can be around important organs such as liver. There is no doubt that obesity is a risk factor for the developing of type 2 diabetes. People who have been in a positive calorie balance for some years, they have increased liver fat content.

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Nicht-medikamentöse Diabetes-Therapie

Nahrungsergänzungsmittel – sinnvolle Zusatzempfehlung oder evidenzlose Überflüssigkeit?

Die nicht-medikamentöse Therapie des Diabetes mellitus besitzt einen hohen Stellenwert, insbesondere im Typ-2-Diabetes (T2DM). Angefangen mit der Umstellung der Ernährung und vermehrter körperlicher Aktivität bei Patienten mit metabolischem Syndrom und T2DM, bis hin zur bariatrischen Chirurgie bei stark übergewichtigen Diabetespatienten werden viele dieser nicht-medikamentösen Therapiestrategien von ÄrztInnen, ApothekerInnen und DiabetesberaterInnen empfohlen bzw. angewendet. Eine weitere Form der nicht-medikamentösen Diabetestherapie ist der Einsatz von Nahrungssupplementen, welche sich positiv auf den Blutzuckerspiegel, die Insulinsensitivität und die Blutlipide auswirken. Hierzu gab Prof. Skurk einen schönen Überblick in seinem Vortrag „Supplemente bei Diabetes“.

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Die Rolle des ZNS in der Entwicklung von Typ-2-Diabetes

Dass Insulin nicht nur an den Körperzellen in Muskeln, Fett und Leber wirkt, sondern auch im Gehirn, ist seit einiger Zeit bekannt. Mit Hilfe von Insulinrezeptoren, die sich in vielen Gehirngebieten, wie dem Hypothalamus, befinden, entfaltet das Hormon hier seine Effekte auf das Essverhalten, den Energie- und den Glukosehaushalt. Im Typ-2-Diabetes ist es nachgewiesen, dass es auch im Gehirn zu einer Insulinresistenz kommen kann, die sich negativ auf den Blutglukosespiegel auswirkt.  Prof. Dr. med. Heni hat im Rahmen des DDG-Kongresses das Thema der zerebralen Insulinresistenz behandelt.

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